Jun­ge Mut­ter star­tet in die Be­rufs­aus­bil­dung

Kle­vers, ein Her­stel­ler tech­ni­scher Tex­ti­li­en, fand dank des Matchings der IHK ei­ne Aus­zu­bil­den­de.

Rheinische Post Moenchengladbach - - LOKALES -

(RP) Für An­ni­ka Saut­ner war klar: So­bald ih­re Toch­ter in den Kin­der­gar­ten geht, ist es Zeit, in die ei­ge­ne be­ruf­li­che Zu­kunft zu in­ves­tie­ren. „Ich ha­be zwar auch bis­her im­mer ne­ben­bei ge­ar­bei­tet“, sagt die 23Jäh­ri­ge. „Aber das wä­re kei­ne Lö­sung für im­mer ge­we­sen. Schließ­lich will ich mei­ner Toch­ter ein si­che­res Le­ben mit ei­nem ver­nünf­ti­gen Aus­kom­men bie­ten.“Al­so hat sich die jun­ge Mut­ter auf je­den Aus­bil­dungs­platz be­wor­ben, der für sie in­ter­es­sant war. Da­bei stieß sie im In­ter­net auch auf das Matching-An­ge­bot der In­dus­trie- und Han­dels­kam­mer (IHK) Mitt­le­rer Nie­der­rhein. IHK-Mat­che­rin Mi­chae­la Uel­kes, die Aus­bil­dungs­be­trie­be und Ju­gend­li­che zu­sam­men­bringt, ver­mit­tel­te An­ni­ka Saut­ner an die Kle­vers Gm­bH & Co. KG. Am 1. Au­gust be­gann sie dort ih­re Aus­bil­dung zur In­dus­trie­kauf­frau.

Das Mön­chen­glad­ba­cher Fa­mi­li­en­un­ter­neh­men, das in drit­ter Ge­ne­ra­ti­on ge­führt wird, pro­du­ziert tech­ni­sche Tex­ti­li­en, die bei­spiels­wei­se für Ar­beits­klei­dung, in der Au­to­mo­bil­in­dus­trie oder in der Luft- fahrt ein­ge­setzt wer­den. „Wir we­ben un­ter an­de­rem mit Glas­fa­ser, Car­bon, Ara­mid und Bas­alt und bie­ten maß­ge­schnei­der­te tech­ni­sche Lö­sun­gen für un­se­re Kun­den an“, sagt der kauf­män­ni­sche Lei­ter Rolf Schwe­fel. Rund 70 Mit­ar­bei­ter sind am Mön­chen­glad­ba­cher Stand­ort von Kle­vers be­schäf­tigt, da­von mo­men­tan zwei kauf­män­ni­sche Aus­zu­bil­den­de. „Vie­le un­se­rer Mit­ar­bei­ter ha­ben ih­re Kar­rie­re bei uns mit ei­ner Aus­bil­dung ge­star­tet“, be­rich­tet Schwe­fel. „Al­ler­dings ist es für ei­nen Mit­tel­ständ­ler wie uns ein auf­wän­di­ger Pro­zess, die pas­sen­den Ju­gend­li­chen für un­se­re Lehr­stel­len zu fin­den.“

Ei­gent­lich woll­te das Un­ter­neh­men in die­sem Jahr auch wie­der im ge­werb­lich-tech­ni­schen Be­reich aus­bil­den, je­doch ge­stal­te­te sich die Su­che nach dem an­ge­hen­den Pro­duk­ti­ons­me­cha­ni­ker-Nach­wuchs – wie der We­ber-Be­ruf heu­te heißt – schwie­rig. „Als ich mich bei der IHK be­ra­ten las­sen woll­te, wur­de ich an Frau Uel­kes ver­wie­sen“, sagt Schwe­fel. Er ha­be sich über ei­nen „Spar­rings­part­ner“bei der Azu­bi- Su­che ge­freut – und am En­de über ei­ne „Wahn­sinns­hil­fe“. „Ich be­treue das The­ma Per­so­nal bei uns ganz al­lei­ne, ne­ben zahl­rei­chen an­de­ren Be­rei­chen. Des­halb war es su­per, dass Frau Uel­kes die Vor­aus­wahl und die Ein­stel­lungs­tests für uns über­nom­men hat.“

Fünf Be­wer­ber hat­te Kle­vers zu ei­nem Ge­spräch ein­ge­la­den, vier ka­men, zwei wur­den ge­nom­men – und Saut­ner sag­te letzt­lich zu und un­ter­schrieb den Ver­trag. Schwe­fel war dar­über sehr glück­lich, denn die jun­ge Frau hat­te ihn be­reits vor der ers­ten Be­geg­nung über­zeugt: „Es ist für ei­nen jun­gen Men­schen gar nicht so ein­fach, den rich­ti­gen Ton in der Be­wer­bung zu tref­fen“, sagt er. „Aber Frau Saut­ner kam so au­then­tisch rü­ber, dass ich be­reits ein po­si­ti­ves Ge­fühl hat­te, be­vor ich sie ken­nen­ge­lernt ha­be.“Hat er sich dar­über Ge­dan­ken ge­macht, dass die jun­ge Mut­ter mit ei­ner Aus­bil­dung in Voll­zeit viel­leicht über­for­dert sein könn­te? „Kei­ne Se­kun­de lang. Ich bin selbst Va­ter von vier Kin­dern und kann nur sa­gen: Müt­ter ha­ben Ma­na­ger-Fä­hig­kei­ten.“

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