Lang­zeit­be­zie­hung als Grenz­er­fah­rung: „Die Han­nas“

Rheinische Post Moenchengladbach - - KINO -

(dpa) Zwei­sam­keit kann so schön und schreck­lich zu­gleich sein: ne­ben­ein­an­der ein­schla­fen und wie­der auf­wa­chen, Streit und Ver­söh­nung, Lie­be und Lei­den­schaft, der all­täg­li­che Wahn- oder Stumpf­sinn. Ei­ne lan­ge, er­füll­te Part­ner­schaft steht für vie­le im­mer noch oben auf der Lis­te der Le­bens­zie­le. Durch wel­che Ir­run­gen und Wir­run­gen die har­mo­nischs­te Be­zie­hung schlit­tern kann, führt die tem­po­rei­che Tra­gi­ko­mö­die „Die Han­nas“von Julia C. Kai­ser vor.

An­na (An­na Kö­nig) und Hans (Till But­ter­bach) sind seit 15 Jah­ren zu­sam­men. Wie Ei­chen ste­chen die Mitt­drei­ßi­ger aus dem Ber­li­ner Wild­wuchs der ro­man­ti­schen Un­ver­bind­lich­keit her­aus. Doch das trau­te Bild hat Ris­se. In An­na macht sich Un­zu­frie­den­heit breit, ih­rem Psy­cho­lo­gen of­fen­bart sie den Wunsch nach ei­nem Aus­bruch. Ei­nes Ta­ges mas­siert die Phy­sio­the­ra­peu­tin ih­re Pa­ti­en­tin Ni­co (Ines Ma­rie Wes­tern­strö­er) – und kommt ihr nä­her. Ni­co ver­liebt sich, es ent­wi­ckelt sich ei­ne Af­fä­re, die An­na in ei­nen Ge­fühls­tau­mel ver­setzt.

Un­ter­des­sen weckt ein von Lie­bes­nö­ten ge­plag­ter Freund bei Hans die Sor­ge, dass sei­ne Be­zie­hung vor dem Aus ste­hen könn­te. Hans will ge­gen­steu­ern – und ver­ord­net sich ein stram­mes Fit­ness­pro­gramm. Mit der ge­stren­gen Trai­ne­rin Kim (Julia Be­cker) lässt er sich auf ein eben­so raf­fi­nier­tes wie sinn­li­ches Katz-und-Maus-Spiel ein.

Kai­ser ist ein Come­dy-Dra­ma mit fes­seln­den Bil­dern ge­lun­gen, das mit süf­fi­gen Far­ben an die Traum­wel­ten in Mi­chel Gon­drys Fil­men „Sci­ence of Sleep“und „Ver­giss mein Nicht“er­in­nern. Und die Dia­lo­ge sind so frech, wie man es von Ber­li­nern kennt.

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