Mar­tin Schulz in der Of­fen­si­ve

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS - VON JAN DREBES

Mar­tin Schulz will es of­fen­kun­dig noch ein­mal wis­sen. Zwar denkt der SPDKanz­ler­kan­di­dat nach ei­ge­nen Wor­ten an­ge­sichts der mi­se­ra­blen Um­fra­gen auch hin und wie­der mal „Sch....“. Auf­ge­ben kommt für ihn aber nicht in­fra­ge. Und tat­säch­lich hat er mit sei­nem jüngs­ten Auf­schlag den rich­ti­gen Rie­cher be­wie­sen.

Der et­was aus­ufern­de Fünf-Punk­te-Plan setzt die Uni­on un­ter Druck, Stel­lung zur Zu­kunft der Au­to­mo­bil­in­dus­trie zu be­zie­hen. Da­bei dürf­te zwar Schulz‘ Wunsch­vor­stel­lung kaum ge­lin­gen, die Fol­gen des Die­selskan­dals und den da­mit ver­bun­de­nen Glaub­wür­dig­keits­ver­lust der Politik al­lein auf die Uni­on ab­zu­wäl­zen. Aber er sorgt mit dem Pa­pier da­für, dass die Bun­des­kanz­le­rin ih­re Kom­fort­zo­ne ver­las­sen muss. Über kurz oder lang wird sie Stel­lung be­zie­hen müs­sen, spä­tes­tens wenn es in ei­nem Fern­seh­du­ell zum di­rek­ten Schlag­ab­tausch kommt. Und dass die Deut­schen bei dem The­ma sehr emo­tio­nal re­agie­ren, zei­gen die jüngs­ten Um­fra­gen sehr ge­nau. Schulz geht je­doch auch ein Ri­si­ko ein. Er darf es in der De­bat­te nicht über­trei­ben, um sei­nen Par­tei­freund und nie­der­säch­si­schen Mi­nis­ter­prä­si­den­ten Ste­phan Weil nicht noch stär­ker in die Bre­douil­le zu brin­gen. BE­RICHT

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