Mann bremst Frau auf der Au­to­bahn aus und schlägt zu

Rheinische Post Moenchengladbach - - SPORT - VON HEI­KE AHLEN

Auf der Wan­ge sieht man so gut wie nichts mehr am Frei­tag­nach­mit­tag, aber Thuy N. ist der Schock über den Vor­fall am Mitt­woch­mit­tag noch deut­lich an­zu­mer­ken. Die jun­ge Frau ist um kurz nach 13 Uhr mit ih­rem Klein­wa­gen auf der Au­to­bahn 61 aus Rich­tung Mön­chen­glad­bach kom­mend un­ter­wegs nach Hau­se in die Ge­mein­de Nie­der­krüch­ten. Das Wet­ter ist – aus­nahms­wei­se ein­mal in die­sem Som­mer – gut, sie hat das Fah­rer­fens­ter ge­öff­net.

Im Mön­chen­glad­ba­cher Kreuz muss sie die Spur nach links wech­seln, um in Rich­tung Ro­er­mond auf die A 52 ab­bie­gen zu kön­nen. Vor ihr schert plötz­lich ein an­de­res Fahr­zeug von rechts nach links, oh­ne zu blin­ken. Sie muss brem­sen, är­gert sich ein we­nig. „Ja, ich hab ihn ein­mal mit der Licht­hu­pe an­ge­b­linkt“, sagt die jun­ge Frau. „Das ha­ben mir auch die Po­li­zis­ten ge­sagt, dass ich das nicht hät­te tun sol­len.“Das sei aber al­les ge­we­sen.

Als es in die Kur­ve geht, bremst der Wa­gen vor ihr sie aus. Sie hält an, ein we­nig ver­zwei­felt, an ei­nem solch un­über­sicht­li­chen Ort mit­ten auf der Au­to­bahn ste­hen­blei­ben zu müs­sen. „Der Mann kam auf mich zu, war ag­gres­siv, schrie“, be­rich­tet die jun­ge Frau. Und eh sie sich ver­sieht, hat er ihr durch das ge­öff­ne­te Fens­ter ins Ge­sicht ge­schla­gen.

An­schlie­ßend eilt er zu sei­nem Au­to zu­rück, fährt wie­der los. Aus dem Au­gen­win­kel nimmt sie wahr, dass ein an­de­res Au­to gera­de ver­sucht, die Eng­stel­le mit den bei­den ste­hen­den Au­tos zu pas­sie­ren – ein schwar­zes Fahr­zeug mit KK-Kenn- zei­chen und ei­ner blon­den Frau am Steu­er. „Ich bin dann an­ge­fah­ren, weil ich un­be­dingt sein Kenn­zei­chen er­ken­nen woll­te.“Das ge­lingt ihr auch. Un­ter Schock fährt sie wei­ter. Tau­send Ge­dan­ken ra­sen ihr durch den Kopf. Was woll­te der Mann von ihr? In Wald­niel ver­lässt sie die Au­to­bahn, hält an und ruft die Po­li­zei. Die be­stä­tigt auch, dass seit Mitt­woch ei­ne An­zei­ge vor­liegt, dass Thuy N. ihr ein Kenn­zei­chen ge­nannt hat. Die Er­mitt­lun­gen zu Hal­ter und Fah­rer dau­ern noch an, teil­te ges­tern ein Po­li­zei­spre­cher mit. Thuy N. sucht nun die Frau in dem schwar­zen Au­to. Sie hat die Hoff­nung, dass die­se die Si­tua­ti­on ir­gend­wie er­fasst ha­ben könn­te und als Zeu­gin zur Ver­fü­gung steht. Denn sie möch­te, dass der Mann für den Schlag zur Re­chen­schaft ge­zo­gen wird. Und sie fürch­tet, je­mand, der so ag­gres­siv zu Wer­ke ge­he, wer­de auch ver­su­chen, sich aus der Ver­ant­wor­tung zu zie­hen. Des­halb hofft sie, dass die Frau sich mel­det und der Po­li­zei mit­teilt, was sie am Mitt­woch­mit­tag im Au­to­bahn­kreuz Mön­chen­glad­bach be­ob­ach­tet hat.

FO­TO: AHLEN

Thuy N. hofft, dass der Mann zur Ver­ant­wor­tung ge­zo­gen wird.

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