Mer­kels spä­te Wut

Rheinische Post Moenchengladbach - - STIMME DES WESTENS - VON MA­XI­MI­LI­AN PLÜCK

Die Kanz­le­rin hat bei ei­ner Wahl­kampf­ver­an­stal­tung ih­re de­mons­tra­ti­ve Zu­rück­hal­tung auf­ge­ge­ben und sich in die Ab­gas-Af­fä­re ein­ge­schal­tet. Mit mar­kan­ten Wor­ten ging die CDUChe­fin mit den Au­to­bos­sen ins Ge­richt. Für ei­ne sonst nicht zu ver­ba­ler Kraft­meie­rei nei­gen­de Po­li­ti­ke­rin ein be­mer­kens­wer­ter Vor­gang. Al­ler­dings ei­ner mit ei­nem Schön­heits­feh­ler.

Denn Mer­kel hat das The­ma lan­ge links lie­gen­ge­las­sen und lie­ber ih­re Ka­bi­netts­kol­le­gen vor­ge­schickt. Es ist ein Ar­muts­zeug­nis, dass die Kanz­le­rin nun die Er­geb­nis­se des Die­sel-Gip­fels als un­zu­rei­chend gei­ßelt. Denn sie selbst hät­te es in der Hand ge­habt, bei dem mit Span­nung er­war­te­ten Tref­fen ein Machtwort zu spre­chen und die In­dus­trie zu weit­rei­chen­de­ren Maß­nah­men zu ver­don­nern. Doch die Kanz­le­rin hat­te es da­mals nicht für nö­tig ge­hal­ten, für ei­nes der bren­nends­ten wirt­schafts­po­li­ti­schen The­men ih­ren Ur­laub zu un­ter­bre­chen, um den Au­to­mo­bil-Ma­na­gern den Ernst der La­ge zu ver­deut­li­chen. Die zur Schau ge­stell­te Wut ist ein­zig dem Wahl­kampf ge­schul­det und kommt viel zu spät. BE­RICHT

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