Mu­sik und Trö­del im Grün­der­zeit­vier­tel

Zur Kul­tur­frei­heit von Lu­mick-Mu­sik gab es je­de Men­ge HipHop und Rap auf dem Schil­ler­platz. An der Kai­ser­stra­ße tra­fen sich An­woh­ner zum Trö­del­markt. Bei Nie­sel­re­gen und grau­en Wol­ken ka­men al­ler­dings nur we­ni­ge.

Rheinische Post Moenchengladbach - - STADTTEILE - VON AN­GE­LA WILMS-ADRIANS

EICKEN Bei den „Young Ta­l­ents 2017“in der Nach­bar­stadt Vier­sen be­leg­ten die bei­den Rap­per der For­ma­ti­on „Im­pul­siv“den drit­ten Platz. Beim Band-Con­test Kul­tur­frei­heit auf dem Schil­ler­platz star­ten sie als ers­te. Da ist die Be­su­cher­men­ge noch recht über­schau­bar, und das soll dann lei­der auch so blei­ben. Da­bei hat­ten Lu­kas Fun­ken und sei­ne Mit­strei­ter ge­hofft, im zwei­ten Durch­gang der Kul­tur­frei­heit die Zahl von et­wa 500 Be­su­chern aus dem Vor­jahr kna­cken zu kön­nen. Doch dem Wunsch ste­hen im­mer wie­der­keh­ren­de Re­gen­fäl­le und ein an­hal­tend grau­er Him­mel ent­ge­gen. Fun­ken und sein Team zie­hen das Fi­na­le des Band-Con­tests aber doch un­ver­dros­sen durch.

„Schön ist doch vor al­lem das Zu­sam­men­sein“

Ju­lia Schi­en­ke Kul­tur­kü­che

Die Aus­wahl im Vor­feld war hand­ver­le­sen, denn der jun­ge Mu­sik­pro­du­zent und Stu­dent des Fachs „Mas­te­ring En­geneer“wählt Be­wer­ber nicht nach fer­ti­gen Ton­trä­gern aus. Er be­sucht sie und nimmt mit ih­nen Songs auf, um dem Nach­wuchs der Sze­ne teu­re Pro­duk­ti­ons­kos­ten zu er­spa­ren. Beim Fi­na­le der „kul­tur­frei­en Bands“tre­ten zwölf Kan­di­da­ten an, dar­un­ter die Glad­ba­cher „Mon­key Mu­sik“, „Ste­vo“so­wie „Lu­mick and Fri­ends“. Als He­ad­liner reist die Band „Ar­chi­tekt“aus Ber­lin an. Au­ßer Kon­kur­renz singt die 21-jäh­ri­ge An­na-Le­na zur Gi­tar­re. Sie ist Sin­ger/ Song­wri­te­rin mit au­to­bio­gra­fi­schen Lied­tex­ten zum Deutsch-Pop. Für die Au­to­di­dak­tin aus Wil­lich ist es der zwei­te öf­fent­li­che Auf­tritt. Fun­ken hat mit ihr be­reits ei­nen Ti­tel auf­ge­nom­men, und DJ Ci­ban De­mir­ci den Kon­takt ver­mit­telt. Beim Wett­streit im Grün­der­zeit­vier­tel ist der DJ stark ge­fragt. Der Stu­dent der Hoch­schu­le Niederrhein legt auf, macht mit Fun­ken Mu­sik und im­pro­vi­siert bei de­nen, die oh­ne DJ star­ten. „Das ist kein ex­tra Sup­port, son­dern gang und gä­be“, stellt er en­ga­giert und doch ge­las­sen fest.

Beim Trö­del­markt an der Ecke Sit­tard- und Kai­ser­stra­ße ist es eben­falls ru­hi­ger als er­hofft. Ju­lia Schi­en­ke bie­tet zum Auf­wär­men ei­ne ga­ran­tiert ve­ga­ne To­ma­ten-Ko­kosSup­pe in der Gu­lasch­ka­no­ne an. Je­der kann nach Be­lie­ben mit Kräu­tern nach­wür­zen und da­zu ein Li­met­ten-Kno­fi-Brot es­sen. „Schön ist doch vor al­lem das Zu­sam­men­sein“, sagt Schi­en­ke, die bei der Kul­tur­kü­che ar­bei­tet und nun froh ist, für die Nach­bar­schaft ko­chen zu kön­nen. Denn das Mit­ein­an­der ist das ei­gent­li­che An­lie­gen der Initia­to­ren, die sich im Sin­ne des Grün­der­zeit­vier­tels um den klei­nen Platz an der Kai­ser­stra­ße küm­mern. Die Ein­nah­men des Ta­ges, ge­won­nen aus dem Ver­kauf ei­ner La­ven­del­li­mo und den Stand­ge­büh­ren für die Trö­del­stän­de, sol­len auch wie­der dem „Nach­bar­schafts­platz“zu­kom­men. Un­ter die pri­va­ten Ver­käu­fer hat sich die elf­jäh­ri­ge Jen­ni­fer ge­mischt. Lie­be­voll hat sie auf ei­nem mit­ge­brach­ten Tee­wa­gen Bar­bies, bun­tes Spiel­zeug, Po­nys und Zu­be­hör auf­ge­baut. Für den Bar­bieSpiel­platz hät­te sie ger­ne drei Eu­ro, für das Bar­bie-Bett fünf, doch die meis­ten Prei­se ent­schei­det sie spon­tan. „Wir ha­ben die Ge­le­gen­heit ge­nutzt. Schließ­lich woh­nen wir ge­gen­über“, sagt Mut­ter Wil­ma Faul­zeit. Die­ser per­sön­li­che Be­zug ist ganz im Sin­ne von Mi­t­or­ga­ni­sa­tor Ste­fan Sturm, der mit sei­nem neun­jäh­ri­gen Sohn Lu­ke ge­kom­men ist. Er stellt fest: „Wir woll­ten kei­ne kom­mer­zi­el­len Stän­de. Es ist doch viel char­man­ter, wenn et­was von der Nach­bar­schaft für die Nach­bar­schaft kommt. Das ent­spricht dem Slo­gan vom Vier­tel für das Vier­tel.“

FO­TOS: KNAP­PE

Die elf­jäh­ri­ge Jen­ni­fer ver­kauf­te an ih­rem Stand Bar­bies und Zu­be­hör.

Beim Band-Con­test auf dem Schil­ler­platz hät­ten sich die Or­ga­ni­sa­to­ren ger­ne mehr Zu­hö­rer ge­wünscht. Doch das Wetter spiel­te nicht mit.

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