Über­blick über die ak­tu­el­le Kunst­sze­ne

Zum drit­ten Mal rich­tet das Kul­tur­bü­ro ei­ne ju­rier­te Aus­stel­lung mit Künst­lern aus der städ­ti­schen c/o-Künst­ler­för­de­rung im Mu­se­um Schloss Rhe­ydt aus. Heu­te, am Vor­abend des c/o-Par­cours’, ist die Er­öff­nung.

Rheinische Post Moenchengladbach - - LOKALE KULTUR - VON AN­GE­LA WILMS-ADRIANS

Beim Par­cours durch die Ate­liers und Ga­le­ri­en von Rhe­ydt und Mön­chen­glad­bach ist Kon­di­ti­on ge­fragt. Wer je­doch fuß­läu­fig ei­nen Über­blick ge­win­nen möch­te, ist zur­zeit im Mu­se­um Schloss Rhe­ydt bes­tens auf­ge­ho­ben. Zum drit­ten Mal rich­tet das Kul­tur­bü­ro an die­sem Ort ei­ne c/o-Ge­mein­schafts­aus­stel­lung aus. Er­öff­net wird die­se als Ap­pe­tit­an­re­ger am Vor­abend des gro­ßen c/o-Par­cours. Mit ei­ner Aus­stel­lungs­dau­er bis zum 8. Ok­to­ber ist die Schau zu­dem bes­tens ge­eig­net als the­men­ge­bun­de­ne Er­gän­zung und Nach­le­se. „Schein und Sein“ist die Aus­stel­lung über­schrei­ben. Ju­riert wur­de sie von Kunst­his­to­ri­ker Chris­ti­an Krausch, Jut­ta Pit­zen, Lei- te­rin der Ga­le­rie im Park, Vier­sen, und Clau­dia Tro­ni­cke, c/o-Künst­ler­för­de­rung im Kul­tur­bü­ro. Von 49 Be­wer­bern zei­gen nun 28 Künst­le­rin­nen und Künst­ler ein brei­tes Spek­trum aus den Be­rei­chen Ma­le­rei, Bild­haue­rei, In­stal­la­ti­on, Ob­jekt- und Kon­zept­kunst.

Haus­herr und Mu­se­ums­lei­ter Kar­lheinz Wieg­mann zeig­te sich bei ei­ner Vor­be­sich­ti­gung mit dem Er­geb­nis sehr zu­frie­den. „Die­se Kon­stel­la­ti­on hat uns bis­her im­mer sehr schö­ne und an­ge­neh­me Aus­stel­lun­gen fürs Haus be­schert“, stell­te er fest. Tho­mas Ho­eps, Lei­ter des Städ­ti­schen Kul­tur­bü­ros, be­ton­te: „Es ist wich­tig, dass die Stadt den Kunst­schaf­fen­den vor Ort ein Fo­rum bie­tet“. Er hob her­vor, dass die Qua­li­tät der ein­ge­reich­ten Ar­bei­ten sehr hoch ge­we­sen sei und die Ju­ro­ren da­her streng nach dem künst­le­ri­schen Um­gang mit dem vor­ge­ge­be- nen Leit­mo­tiv ent­schie­den hät­ten. Das The­ma, aus­ge­wählt aus von den Künst­lern er­be­te­nen Vor­schlä­gen, hat­te Ma­ria Leh­nen an­ge­regt. Sie ist mit ei­ner Bron­ze­fi­gur ver­tre­ten.

Clau­dia Tro­ni­cke stell­te die vier The­men­blö­cke vor, als da sind der Um­gang mit Wahr­neh­mung, Ver­gäng­lich­keit, Täu­schung und Il­lu­si­on so­wie schließ­lich mit Schein­wel­ten. Ein­drucks­voll um­spielt zum Bei­spiel Chris­tia­ne Behr mit drei frei hän­gen­den, trans­pa­ren­ten Blät­tern Mög­lich­kei­ten der Wahr­neh­mung. Die mit dün­nem Wachs be­zo­ge­nen Ar­bei­ten kön­nen um­run­det wer­den und ge­ben da­mit kei­ne di­rek­te An­sicht zwin­gend vor. Sie sind durch­schei­nend, doch nicht durch­sich­tig, so dass der Be­trach­ter ei­ne Be­we­gung hin­ter den Ar­bei­ten als Schat- ten wahr­nimmt. Das Künst­ler­duo Link/ Kress do­ku­men­tiert in Fo­tos un­ge­schönt den Um­gang mit Sel­fie und Selbst­dar­stel­lung. Die Bei­trä­ge sind in ei­nen schma­len Gang ge­hängt, der die Nä­he zu den Ar­bei­ten er­zwingt.

Chris­ta Hahn pro­vo­ziert mit ei­ner Vi­deo­in­stal­la­ti­on Ver­wir­rung. Es ist, als ha­be sie ein harm­lo­ses Bild im ba­ro­cki­sie­ren­den Rah­men an die Wand ge­hängt, wäh­rend ein da­zu ge­stell­tes So­fa Wohn­zim­mer­at­mo­sphä­re as­so­zi­iert. Doch der Be­trach­ter soll­te sich ein we­nig Zeit neh­men, denn dann ent­deckt er mi­ni­ma­le Be­we­gun­gen, er­mög­licht dank Dau­er­loop: Kaum merk­lich be­we­gen sich hier und da Blät­ter, und schließ­lich fährt ein Trak­tor durch die Land­schaft.

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