Rat­ge­be­r­a­bend über Ver­si­che­run­gen

Bei der Ak­ti­on „Al­les was Recht ist“er­klä­ren Ex­per­ten, wie man Streit mit der Ver­si­che­rung ver­mei­den kann – oder sich bes­tens wapp­net.

Rheinische Post Moenchengladbach - - LOKALES - VON ANDRE­AS GRUHN

Beim Un­wet­ter ist der Kel­ler voll Was­ser ge­lau­fen. Ein Band­schei­ben­vor­fall macht es un­mög­lich, wei­ter im Job zu ar­bei­ten. Und beim bes­ten Freund die sünd­haft teu­re Va­se aus der Ming-Dy­nas­tie um­ge­kippt. Das nennt man zu­sam­men ge­nom­men ei­ne Pech­sträh­ne, und ein­zeln sind es al­les Fäl­le, für die man hof­fent­lich ei­ne Ver­si­che­rung ab­ge­schlos­sen hat. Nicht we­ni­ge Ver­si­che­rungs­neh­mer ma­chen al­ler­dings die Er­fah­rung, dass die Freu­de beim Zah­len bei der Ver­si­che­rung sel­ten all­zu groß ist. Oft läuft es auch auf ei­nen Rechts­streit hin­aus, für den man gut ge­wapp­net sein soll­te. Der RP-Rat­ge­be­r­a­bend „Al­les was Recht ist“in Zu­sam­men­ar­beit mit dem Land­ge­richt und dem Rechts­an­walts­ver­ein er­klärt RP-Le­sern al­les Wich­ti­ge von der Ver­trags­an­bah­nung, dem Ab­schluss bis hin zum Scha­dens­fall – und zur Kla­ge, falls es not­wen­dig wird. In drei Vor­trä­gen mit an­schlie­ßen­der Fra­ge­run­de in­for­mie­ren Ex­per­ten über Ver­si­che­rungs­recht.

Den Auf­takt macht Ver­si­che­rungs­fach­wirt Bernd Coe­nen. Er wird Sinn und Un­sinn ei­ner Sach­ver­si­che­rung in den Blick neh­men und den Fall ei­nes fik­ti­ven Ar­beit­neh­mers vor­stel­len, der sich für ei­ne Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung in­ter­es­siert. Denn der Ab­schluss ei­nes Ver­si­che­rungs- ver­tra­ges ist ei­ne meist lang­fris­ti­ge Bin­dung. Da­mit die­se Bin­dung sich im Leis­tungs­fall auch für bei­de Sei­ten lohnt und Strei­tig­kei­ten ver­mie­den wer­den, ist ei­ne aus­führ­li­che Be­darfs­ana­ly­se des­sen, was ab­zu­si­chern gilt, von enormer Wich­tig­keit. Ge­ra­de die­se Aspek­te bil­den viel­fach den Nähr­bo­den ju­ris­ti­scher Aus­ein­an­der­set­zun­gen. Oft­mals ist lan­ges War­ten auf ver­trag­lich ver­ein­bar­te Leis­tun­gen die Fol­ge.

Da­nach wird Rechts­an­wäl­tin Nat­ha­lie Mix den Weg des Ver­si­che­rungs­neh­mers in der an­walt­li­chen Be­ra­tung be­schrei­ben. Da­bei geht es auch um Kon­se­quen­zen der Ver­mitt­lungs­si­tua­ti­on und die Fra­ge, wel­che Oblie­gen­hei­ten Ver­si­che­rung und Ver­si­che­rungs­neh­mer in der Ver­trags­ab­schluss­pha­se tref­fen. Da­bei han­delt es sich um die Pflich­ten der Ver­trags­par­tei­en. Da­zu ge­hö­ren zum Bei­spiel die kor­rek­ten An­ga­ben über Vo­r­er­kran­kun­gen bei ei­ner Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung. Wel­che Aus­wir­kun­gen es hat, wenn man dies miss­ach­tet, soll im zwei­ten Vor­trags­teil be­han­delt wer­den. Ins­be­son­de­re vom Ver­si­che­rungs­neh­mer zu be­ach­ten­de Oblie­gen­hei­ten füh­ren oft zu Pro­ble­men im Scha­dens­fall.

Im An­schluss er­klärt Rich­ter Mar­kus Ma­jo­ni­ca an­hand des fik­ti­ven Ver­si­che­rungs­neh­mers die Fol­gen der Aus­füh­run­gen der an­de­ren Ex­per­ten für ein ge­richt­li­ches Ver­fah­ren. Un­ter dem Ge­sichts­punkt der Be­weis­bar­keit der Tat­sa­chen wird er Rat ge­ben, wie sich der Ver­si­che­rungs­neh­mer in der Ver­trags­an­bahnungs- und Ab­schluss­pha­se ver­hal­ten kann und wel­che Kon­se­quen­zen Oblie­gen­heits­ver­let­zun­gen ha­ben kön­nen. Denn im Streit­fall muss al­les be­wie­sen wer­den – auch das, was lan­ge zu­rück­liegt: die An­schaf­fung ge­stoh­le­ner Wert­ge­gen­stän­de, An­ga­ben bei Ver­trags­schluss, Vo­r­er­kran­kun­gen. Ma­jo­ni­ca er­klärt, was vor Ge­richt Schwie­rig­kei­ten be­rei­ten kann und wie man die­sen be­geg­net. An­schlie­ßend be­ant­wor­ten die Ex­per­ten Fra­gen der Be­su­cher.

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