Pro­zess: Räu­ber ga­ben sich bei ei­ner 82-Jäh­ri­gen als Kri­mi­nal­be­am­te aus

Rheinische Post Moenchengladbach - - LOKALES - VON IN­GRID KRÜ­GER

We­gen Rau­bes, Kör­per­ver­let­zung, Amts­an­ma­ßung, Be­trugs und Sach­be­schä­di­gung hat das Schöf­fen­ge­richt ges­tern ei­nen Mön­chen­glad­ba­cher (34) zu ei­ner Haft­stra­fe von zwei Jah­ren und vier Mo­na­ten ver­ur­teilt. Zu dem Raub im Ju­ni 2015 bei ei­ner da­mals 82-jäh­ri­gen al­ten Da­me hat­te sich der An­ge­klag­te nicht ge­äu­ßert. Aber das Op­fer hat­te den 34-Jäh­ri­gen im Ge­richts­saal ein­deu­tig wie­der­er­kannt. Mit ei­nem Mit­tä­ter, der bis­her un­er­kannt ge­blie­ben ist, hat­ten sich bei­de Män­ner da­mals als Kri­mi­nal­be­am­te aus­ge­ge­ben. Die al­te Da­me war kurz vor­her Op­fer ei­nes Trick­dieb­stahls ge­wor­den. An­geb­lich woll­ten die „Kri­mi­nal­be­am­ten“in dem Fall er­mit­teln. So ge­lang­ten sie in die Woh­nung. Die Räu­ber stah­len den Schmuck der Frau. Als der Un­be- kann­te sich den Waf­fen­schrank zei­gen ließ, woll­te der Glad­ba­cher mit der Frau in den Kel­ler ge­hen.

Jetzt wur­de die Frau miss­trau­isch und wei­ger­te sich: „Dann ruf ich die Po­li­zei.“Die Män­ner dräng­ten sie ins Ba­de­zim­mer und sperr­ten sie ein. Da­bei er­litt die 82-Jäh­ri­ge Schürf­wun­den und Hä­ma­to­me. Den Män­nern ge­lang zu­nächst die Flucht. Aus ei­nem Te­le­fo­nat mit dem Schwie­ger­sohn war ges­tern die Stim­me der hilf­lo­sen Frau zu hö­ren, als sie sich da­mals an die Po­li­zei wand­te: „Hil­fe, was wol­len die von mir?“Zu dem Raub hat­te der An­ge­klag­te ge­schwie­gen, aber den Zech­be­trug und die Sach­be­schä­di­gung im Au­gust 2015 im Dorint-Ho­tel oh­ne wei­te­res zu­ge­ge­ben. Der An­ge­klag­te hat­te da­mals ein Zim­mer ge­mie­tet, die Ze­che ge­prellt und ei­nen Sach­scha­den von 1100 Eu­ro ver­ur­sacht. Auf An­ra­ten sei­nes Ver­tei­di­gers ge­stand der An­ge­klag­te ges­tern ein, vor zwei Jah­ren un­ter Sucht­druck ge­han­delt zu ha­ben. Täg­lich ha­be er drei bis vier Gramm Ko­ka­in kon­su­miert, aber nach ei­ner Er­kran­kung so­fort auf­ge­hört, was das Ge­richt be­zwei­fel­te. Ein Räu­ber sei er aber nicht, sag­te er. Doch we­der Ge­richt noch Staats­an­walt hat­ten an der Tä­ter­schaft des 34-Jäh­ri­gen ei­nen Zwei­fel. Der An­ge­klag­te muss für zwei Jah­re und vier Mo­na­te hin­ter Git­ter. Au­ßer­dem muss er an die al­te Da­me ein Schmer­zens­geld von 1000 Eu­ro zah­len.

Der An­ge­klag­te muss für zwei Jah­re und vier Mo­na­te ins Ge­fäng­nis

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