Sch­orch: Gläu­bi­ger stim­men Sa­nie­rung zu

250 Mit­ar­bei­ter blei­ben, 144 wech­seln in ei­ne Trans­fer­ge­sell­schaft.

Rheinische Post Moenchengladbach - - KRUSCHEL ERKLÄRT’S - VON ANDRE­AS GRUHN

Das In­sol­venz­ver­fah­ren in Ei­gen­ver­wal­tung beim an­ge­schla­ge­nen Ma­schi­nen­bau­er ATB Sch­orch steht kurz vor dem En­de. Die Gläu­bi­ger des im Früh­jahr in Zah­lungs­schwie­rig­kei­ten ge­ra­te­nen Tra­di­ti­ons­un­ter­neh­mens ha­ben vor Ge­richt dem vor­ge­leg­ten Sa­nie­rungs­plan zu­ge­stimmt, teil­te der be­auf­trag­te Re­struk­tu­rie­rungs­ex­per­te Dirk And­res ges­tern mit. Die­ses Vo­tum ist der ent­schei­den­de Schritt in der Re­struk­tu­rie­rung. Das Un­ter­neh­men er­war­tet nun, dass das Ver­fah­ren En­de No­vem­ber be­en­det sein wird.

Rund 250 Ar­beits­plät­ze blei­ben in Mön­chen­glad­bach er­hal­ten. 144 Be­schäf­tig­te ver­las­sen das Un­ter­neh­men, die meis­ten wech­seln je nach Dau­er der Be­triebs­zu­ge­hö­rig­keit für bis zu zwölf Mo­na­te in ei­ne Trans­fer­ge­sell­schaft, um sich nach Schu­lun­gen an­ders auf dem Ar­beits­markt ori­en­tie­ren zu kön­nen. Vier Be­schäf­tig­te lehn­ten das An­ge­bot ab und er­hiel­ten die be­triebs­be­ding­te Kün­di­gung. Die ver­blei­ben­de Be­leg­schaft stimm­te nach Darstel­lung des Un­ter­neh­mens Ein­schnit­ten zu. Wie Sa­nie­rer And­res be­stä­tig­te, wird die Wo­chen­ar­beits- zeit er­höht und das Weih­nachts­geld vor­erst ge­kürzt. „Die Mit­ar­bei­ter leis­ten ih­ren Bei­trag“, sag­te And­res.

Be­triebs­rats­chef Die­ter Misch­ke sag­te: „Wir ha­ben uns gut ge­ei­nigt, aber vie­le der Kol­le­gen über 50 Jah­re blei­ben auf der Stre­cke.“Er hofft dar­auf, dass mit En­de des In­sol­venz­ver­fah­rens und bei stei­gen­dem Öl­preis auch der Auf­trags­ein­gang wie­der an­zie­he. „Es ist noch tüch­tig was zu tun, wir ha­ben ei­ne letz­te Chan­ce, die wir nut­zen müs­sen – auch das Ma­nage­ment“, sag­te Misch­ke.

Martin Oer­tel, ver­ant­wort­li­cher Re­struk­tu­rie­rer bei Sch­orch, wird in ei­ner Mit­tei­lung zi­tiert: „Die ATB Sch­orch Gm­bH wird ge­stärkt aus dem Ver­fah­ren her­vor­ge­hen.“Den­noch wer­den lohn­in­ten­si­ve Be­stand­tei­le der Pro­duk­ti­on künf­tig zu Schwes­ter­ge­sell­schaf­ten im Mut­ter­kon­zern Wo­long ver­la­gert. So wird mit­tel­fris­tig et­wa die Haupt­kom­po­nen­ten­fer­ti­gung nicht mehr in Mön­chen­glad­bach ge­sche­hen.

Gleich­zei­tig läuft der­zeit der Auf­bau ei­ner neu­en Ver­triebs- und Ser­vice­ge­sell­schaft der Wo­long-Grup­pe am Mön­chen­glad­ba­cher Stand­ort. Die Ge­sell­schaft wird im Bü­ro­haus Sch­orchs un­ter­kom­men, das der­zeit um­ge­baut wird. 21 Be­schäf­tig­te wer­den in die­se Ge­sell­schaft wech­seln.

ARCHIVFOTO: SCH­ORCH

Das In­sol­venz­ver­fah­ren in Ei­gen­ver­ant­wor­tung bei dem Ma­schi­nen­bau­er soll En­de No­vem­ber be­en­det sein.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.