Stu­den­ten bau­en Ra­dar­mes­ser für Koks-Si­lo

Rheinische Post Moers - - MOERS - VON PE­TER GOTTSCHLICH

25 an­ge­hen­de Elek­tro­tech­ni­ker prä­sen­tie­ren ih­re Pro­jek­te im Be­rufs­kol­leg für Tech­nik in Mo­ers. Die­se sind Be­stand­teil der Prü­fung, de­ren schrift­li­chen Teil sie im Mai 2018 ab­le­gen.

MO­ERS Als vor 20 Jah­ren das ers­te Mal Müll in den Öfen der Müll­ver­bren­nungs­an­la­ge As­don­ks­hof ver­brann­te, war es noch Stand der Tech­nik, die Füll­hö­he der Koks­si­los me­cha­nisch zu mes­sen. Mit ei­nen dün­nen Stahl­seil wur­de ein Säck­chen lang­sam auf den Frisch­koks ge­las­sen, mit dem der Ak­tiv­koh­le­fil­ter für die Rauch­gas­rei­ni­gung be­schickt wird. „Wenn das Säck­chen auf dem Koks an­ge­langt war, ent­spannt das Seil“, er­zählt Chris­ti­an Wolf. „Die­se Län­ge wur­de ge­mes­sen, um so die Füll­hö­he zu be­rech­nen. Doch die­ses Ver­fah­ren war stör­an­fäl­lig, weil es aus vie­len me­cha­ni­schen Tei­len be­stand und sich schon ein­mal ein Säck­chen lös­te.“

So hat­te der 24-jäh­ri­ge Mit­ar­bei­ter der Kreis We­seler Ab­fall­ge­sell­schaft und Tech­nik­stu­dent am Se­mi­nar für Elek­tro­tech­nik beim Mo­er­ser Be­rufs­kol­leg die Idee, die Füll­hö­he des Si­los mit ei­nem Ra­dar­sys­tem zu mes­sen. Zu­sam­men mit sei­nen Freun­den Se­bas­ti­an Kno­bel (24) und Jens Hün­se­ler (26) ent­wi­ckel­te der Kem­pe­ner ein Ra­dar­sys­tem, das sie im Au­gust in­stal­lier­ten.

Am Di­ens­tag­abend stell­ten die drei Stu­den­ten ihr Pro­jekt vor, wie 22 wei­te­re Stu­den­ten in sechs Grup­pen wei­te­re Ko­ope­ra­ti­ons­pro­jek­te mit der In­dus­trie. „Die An­ten­ne kann auch Si­gna­le auf­neh­men, wenn sie leicht ver­schmutzt ist“, be­rich­te­te Se­bas­ti­an Kno­bel aus Kamp-Lint­fort, der bei der ProChem-Ana­ly­tik in Xan­ten ar­bei­tet, 150 Zu­hö­rern, vor al­lem Schü­lern und Leh­rern des Be­rufs­kol­legs für Tech­nik. „Über ei­nen Sprüh­luft­an­schluss kann die An­ten­ne ge­rei­nigt wer­den.“Jens Hün­se­ler, der Mi­tar- bei­ter des An­la­gen­bau­ers De­mag in Duis­burg ist, er­gänz­te: „Die KWA will jetzt auch das Si­lo für den ver­brauch­ten Koks mit die­ser Ra­dar­tech­nik aus­rüs­ten.“

Die drei Stu­den­ten schlie­ßen im Mai 2018 ihr Stu­di­um ab, das sie 2015 be­gan­nen, wie 22 wei­te­re Stu­den­ten ih­res Jahr­gangs. Die Pro­jekt­ar­beit ist ein Be­stand­teil ih­rer No­te, der an­de­re sind die Er­geb­nis­se ih­rer schrift­li­cher Prü­fun­gen. „Drei Mal die Wo­che be­su­chen sie das Fach­se­mi­nar, mon­tags, diens­tags und Don­ners­tag, je­weils für vier St­un­den“, er­läu­tert Hol­ger Lembken als Lei­ter des Fach­se­mi­nar für Elek­tro­tech­nik. „Da es be­rufs­be­glei­tend ist, ha­ben sie ei­ne 60-St­un­den-Wo­che.“

Für die Stu­den­ten zahlt es sich aus, sich vier Jah­re lang in ih­rer Frei­zeit zu bil­den, um staat­li­che ge­prüf- te Tech­ni­ker zu wer­den. „Sie ar­bei­ten spä­ter zwi­schen Fach­ar­bei­tern und In­ge­nieu­ren“, be­rich­tet der Lei­ter des Fach­se­mi­nars, das von den Krei­sen Kle­ve und We­sel ge­tra­gen wird, des­sen Stu­den­ten aber auch von wei­ter ent­fernt kom­men, weil es ei­nen gu­ten Ruf ge­nießt. „Sie ha­ben ei­ne an­spruchs­vol­le Auf­ga­be und er­hal­ten ei­ne über­durch­schnitt­li­che Be­zah­lung.“

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