Lot­sen im Dschun­gel der Hil­fe­an­bie­ter

Rheinische Post Moers - - MOERS - VON JO­SEF POGORZALEK

Pro­jekt „Ein­wan­de­rung ge­stal­ten“soll In­te­gra­ti­on von Flücht­lin­gen er­leich­tern.

MO­ERS Wenn Flücht­lin­ge in Nord­rhein-West­fa­len künf­tig (noch) bes­ser und schneller in die deut­sche Ge­sell­schaft in­te­griert wer­den kön­nen, dann wird dies auch ein Ver­dienst der Stadt Mo­ers sein. Sie nimmt mit elf wei­te­ren Kom­mu­nen teil am Mo­dell­pro­jekt „In­te­gra­ti­on ge­stal­ten“des Lan­des teil. Ges­tern ist das Pro­jekt mit ei­ner Ver­an­stal­tung im Mar­tin­stift of­fi­zi­ell ge­star­tet. Ziel ist ei­ne Ver­bes­se­rung der Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen den Be­hör­den und Ver­bän­den, aber auch Eh­ren­amt­lern, die im Be­reich Flucht und Mi­gra­ti­on Hil­fe an­bie­ten. Die Stadt Mo­ers möch­te zu­dem ein „Fall­ma­nage­ment“ein­rich­ten, bei dem Flücht­lin­ge durch den Dschun­gel der (dann auf­ein­an­der ab­ge­stimm­ten) Hil­fe­an­ge­bo­te „ge­lotst“wer­den. „Im Ide­al­fall durch Per­so­nen, die den Flücht­ling be­glei­ten“, sag­te ges­tern So­zi­al­de­zer­nen­tin Kor­ne­lia zum Kolk vor der Pres­se. „Ziel­grup­pe“sind da­bei al­lein­ste­hen­de Flücht­lin­ge ab 18 Jah­ren, die sich ent­we­der noch im Asyl­ver­fah­ren be­fin­den oder de­nen vor kur­zer Zeit ein Blei­be­recht zu­ge­spro­chen wur­de – ins­ge­samt sind dies in Mo­ers der­zeit 833 Per­so­nen. Pro­jekt­lei­te­rin im Rat­haus ist In­ge Schröder. Ihr zur Sei­te ste­hen zwei wei­te­re Mit­ar­bei­ter, de­ren Stel­len vom Land fi­nan­ziert wer­den.

An der gest­ri­gen Auf­takt­ver­an­stal­tung nah­men un­ter an­de­rem Ver­tre­ter von Wohl­fahrts­ver­bän­den, Kir­chen­ge­mein­den, Be­rufs­kol­legs, Flücht­lings­rat und Job­cen­ter teil. „Wir al­le zie­hen schon an ei­nem Strang“, sag­te Karl-Jo­seph Ver­beet, Ge­schäfts­füh­rer der Ar­beits­agen­tur We­sel. „Aber wir kön­nen die Zug­kraft noch er­hö­hen.“Aus sei­ner Sicht geht es dar­um, Flücht­lin­ge mög­lichst zü­gig in Lohn und Ar­beit zu brin­gen. Letzt­end­lich sol­len aber nicht nur Flücht­lin­ge von den Er­kennt­nis­sen des Mo­dell­pro­jekts pro­fi­tie­ren, son­dern auch Hartz-IVEmp­fän­ger und an­de­re hil­fe­be­dürf­ti­ge Men­schen. „Wir se­hen die Not un­ab­hän­gig von der Her­kunft“, be­ton­te Ca­ri­tas-Vor­stands­vor­sit­zen­de Brun­hild Dem­mer. Und Michaela Ro­sen­baum (Awo) be­stä­tig­te: „Wir re­den über so­zia­le Pro­ble­me, nicht über eth­ni­sche.“

Das bis En­de 2019 lau­fen­de Mo­dell­pro­jekt wird durch Wis­sen­schaft­ler der Frankfurt Uni­ver­si­ty of Ap­p­lied Sci­en­ces be­glei­tet. „Das Land möch­te das Know-how der Kom­mu­nen auf­grei­fen, wie vor Ort bes­te Er­geb­nis­se zu er­zie­len sind“, sag­te Kor­ne­lia zum Kolk. Die­ses Wis­sen kann dann auch an­de­ren Kom­mu­nen nüt­zen.

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