En­ni „En­er­gie & Um­welt“– ihr Er­folg soll ab­fär­ben

Ge­schäfts­füh­rer Ste­fan Krä­mer über­nimmt für fünf Jah­re zu­sätz­lich den Vor­stands­vor­sitz der über­ge­ord­ne­ten AöR. Da­für gibt es gu­te Grün­de.

Rheinische Post Moers - - Moers - Ju­lia.ha­gena­cker@rhei­ni­sche-post.de

Lie­be Mit­mo­er­ser, wir, und da neh­me ich mich nicht aus, me­ckern ja ger­ne mal: Über Ka­nal­bau­stel­len, die die Ge­duld der Au­to­fah­rer stra­pa­zie­ren, wu­chern­des Grün, Ein­tritts­prei­se fürs Schwimm­bad, kei­ne Ah­nung, egal – in Mo­ers ist im Zwei­fel im­mer „die“En­ni Schuld. Da­bei ist es ge­nau ge­nom­men ja so, dass „die“En­ni gar nicht exis­tiert. Viel­mehr gibt es die über­ge­ord­ne­te En­ni Stadt & Ser­vice Nie­der­rhein, die als An­stalt öf­fent­li­chen Rechts zu 100 Pro­zent städ­tisch ist und sich un­ter an­de­rem um die Ab­fall­be­sei­ti­gung und Stra­ßen­rei­ni­gung, die Stra­ßen-, Ka­nal- und Grün­flä­chen­un­ter­hal­tung und das Fried­hofs­we­sen küm­mert. Kurz: Um al­les, was ir­gend­wie ge­macht wer­den muss, Geld kos­tet und beim Bür­ger des­halb in der Re­gel nicht für Be­geis­te­rung sorgt. „Schwarz­brot“hat ein Jour­na­lis­ten­kol­le­ge das zu­wei­len un­dank­ba­re Ta­ges­ge­schäft der En­ni AöR mal ge­nannt.

Da­ge­gen ist das, was die En­ni En­er­gie & Um­welt – die mit der En­ni Sport & Bä­der und der AöR die Un­ter­neh­mens­grup­pe bil­det – in den ver­gan­ge­nen Jah­ren ver­kauft hat, so was wie Ku­chen mit ex­tra Zu­cker­guss. In­ner­halb von 18 Jah­ren wur­den Um­satz und Un­ter­neh­mens­wert je­weils ver­drei­facht. Deut­lich über ein Drit­tel des ge­sam­ten Er­geb­nis­ses (187,5 Mil­lio­nen Eu­ro in 2017) stam­men aus Ge­schäfts­fel­dern, die En­ni bei Un­ter­neh­mens­grün­dung noch gar nicht auf dem Schirm hat­te. Knapp 1,8 Mil­lio­nen Eu­ro steu­er­ten al­lein die Be­tei­li­gun­gen an Un­ter­neh­men wie der Fern­wär­me Nie­der­rhein, der Bio­kraft Mo­ers/ Dins­la­ken oder der En­ni So­lar zum Er­geb­nis bei. Und: Mit der Be­tei­li­gung der Gel­sen­was­ser AG wird das Un­ter­neh­men, das im Jahr 2000 aus der Fu­si­on der Stadt­wer­ke Mo­ers und Neukirchen-Vluyn her­vor­ging und heu­te bun­des­weit Kun­den un­ter an­de­rem mit Strom und Gas be­lie­fert, jetzt auch zum Re­gio­nal­ver­sor­ger.

Zu ver­dan­ken, da sind sich in Mo­ers Ver­wal­tung und Po­li­tik über al­le Par­tei­gren­zen hin­weg ei­nig, ist der Er­folg vor al­lem „En­er­gie & Um­welt“-Ge­schäfts­füh­rer Ste­fan Krä­mer. Seit die­ser Wo­che wis­sen wir, dass er ab Mit­te kom­men­den Jah­res auch den Vor­stands­vor­sitz der En­ni AöR über­nimmt. De­ren bis­he­ri­ger Chef Hans-Ger­hard Röt­ters geht mit 66 Jah­ren in den Ru­he­stand. Hin­ter der Per­so­nal­ent­schei­dung steht die be­rech­tig­te Hoff­nung, dass ein biss­chen vom „En­er­gie & Um­welt“-Glit­zer auf die „graue“

AöR ab­färbt und die­se ir­gend­wann doch zu ei­nem pro­fi­ta­blen Un­ter­neh­men macht. Ab­ge­se­hen da­von hält man mit Krä­mer ei­nen über­aus er­folg­rei­chen Ma­na­ger in der Stadt.

Neu­er Tech­ni­scher Vor­stand der En­ni AöR wird Kai-Ger­hard St­ein­brich, der­zeit tech­ni­scher Pro­ku­rist bei der „En­er­gie & Um­welt“.

Lutz Hor­mes, heu­te als AöR-Vor­stand für den Be­reich „Tech­nik“ver­ant­wort­lich, bleibt Mit­glied des Füh­rungs­teams und soll künf­tig als Bin­de­glied zwi­schen Tech­nik und Kom­mu­na­lem fun­gie­ren. Die En­ni AöR wird da­mit künf­tig von drei Köp­fen ge­führt.

Das ist gut, denn für die Auf­ga­ben, die an­ste­hen – Stich­wort: Ka­nalund Fuß­gän­ger­zo­nen­sa­nie­rung in der In­nen­stadt in 2020 – braucht es ein schlag­kräf­ti­ges Team, das ge­gen Kri­tik Er­fol­ge setzt.

RP-FO­TO: CHRIS­TOPH REICHWEIN

Ein Mo­er­ser Wahr­zei­chen: der Was­ser­turm in Vinn.

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