Was St. Mar­tin mit Kar­ne­val zu tun hat

Rheinische Post Moers - - Gott Und Die Welt -

Sankt Mar­tin, Sankt Mar­tin, Sankt Mar­tin ritt durch Schnee und Wind, sein Ross, das trug ihn fort ge­schwind. Sankt Mar­tin ritt mit leich­tem Mut. Sein Man­tel deckt ihn warm und gut.“An Schnee ist im Mo­ment kaum zu den­ken, doch hin- und wie­der hö­ren wir in die­sen Ta­gen die­se ge­sun­ge­nen Ver­se. Mor­gen, am 11.11., be­ginnt nicht nur die kun­ter­bun­te fünf­te Jah­res­zeit, son­dern mor­gen ist auch das Fest des Hei­li­gen Mar­tin. Seit ei­ni­gen Ta­gen sieht man man­cher­orts wie­der Mar­tins­um­zü­ge mit vie­len bun­ten La­ter­nen. Durch die Stra­ßen wer­den die­se klei­nen und grö­ße­ren ge­bas­tel­ten Schät­ze ge­tra­gen. Und auch wenn man es kaum glaubt, so sind die bei­den doch ei­gent­lich so un­ter­schied­li­chen Fes­te en­ger ver­bun­den als ge­dacht.

Der 11.11. war ur­sprüng­lich ein Fei­er­tag der Bau­ern, an dem sie die Feld­ar­beit be­en­de­ten und das En­de ih­res Wirt­schafts­jah­res fei­er­ten. Da­zu kommt die Tra­di­ti­on der Lich­ter­fei­er, die in der ka­tho­li­schen Kir­che bei Son­nen­un­ter­gang des Vor­ta­ges zu ei­nem Fest ge­fei­ert wur­de und auch heu­te noch ge­le­gent­lich ge­fei­ert wird. So ent­stand der Brauch des Mar­tins­feu­ers. Zu­sam­men wur­de hier ge­fei­ert und wird es auch an ei­ni­gen Or­ten heu­te. Die­se Tra­di­ti­on hielt sich bis in die Zeit um 1800, doch konn­ten die­se Feu­er auch sehr ge­fähr­lich sein und auf die zu­meist aus Holz ge­bau­ten Häu­ser über­sprin­gen. Der Brauch ging vie­ler­orts ver­lo­ren, doch am Nie­der­rhein woll­te man mit die­ser Tra­di­ti­on nicht bre­chen. An­ge­lehnt an den Ro­sen­mon­tags­um­zug aus Köln, ent­wi­ckel­te sich die Tra­di­ti­on der Mar­tins­um­zü­ge, ver­bun­den mit ei­nem Spiel um den Hei­li­gen Mar­tin auf sei­nem Pferd und dem Bett­ler, dem er ei­ne Hälf­te sei­nes Man­tels gab. An­stel­le des gro­ßen Feu­ers, tru­gen nun Kin­der Lam­pi­ons und La­ter­nen hin­ter ih­rem St. Mar­tin hin­ter­her. Die­se Tra­di­ti­on ist al­so noch gar nicht so alt. Sie ist erst im 19. Jahr­hun­dert ent­stan­den und hat sich schnell in Deutsch­land aus­ge­brei­tet.

Ich den­ke ger­ne an die Mar­tins­um­zü­ge mei­ner Kind­heit zu­rück. Mal bei Schnee, mal bei Re­gen und mal bei sehr an­ge­neh­men Tem­pe­ra­tu­ren. Aber das Wich­tigs­te war im­mer mei­ne selbst ge­bas­tel­te La­ter­ne. Die ha­be ich mit Stolz vor mir her­ge­tra­gen. Mei­ne Lieb­lings­la­ter­ne stammt noch aus dem Kin­der­gar­ten und ist ei­ne Son­ne. Die­se La­ter­ne gibt es so­gar im­mer noch! Was war denn Ih­re Lieb­lings­la­ter­ne, die Sie an St. Mar­tin durch die Stra­ßen ge­tra­gen ha­ben?

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