Prinz Mi­chel III. hat zwei jung Eri­tre­er im Ge­fol­ge

Rheinische Post Opladen - - LEICHLINGEN - VON TO­BI­AS BRÜCKER

LEICHLINGEN Ja­mal Mo­ha­med und Na­ni Ghir­may ha­ben ei­ne stei­le Kar­rie­re hin­ge­legt. Im Kar­ne­val ging es für sie schnel­ler in ei­ne ver­ant­wor­tungs­vol­le Po­si­ti­on, als ein Fer­ra­ri je­mals von 0 auf 100 Ki­lo­me­ter pro St­un­de be­schleu­ni­gen könn­te. Die Bei­den, die vor rund drei Jah­ren aus Eri­trea nach Deutsch­land ka­men, wer­den in die­ser Ses­si­on die Ad­ju­tan­ten von Micha­el III.

Der ers­te Prinz nach dem Neu­start im Fest­ko­mi­tee Leich­lin­ger Kar­ne­val (FLK) wird als­bald in sein Amt ge­ho­ben. Micha­el Alt­mey­erLan­ge zieht dann durch die Hal­len sei­nes Kö­nig­reichs, rund 120 Auf­trit­te wird es min­des­tens ge­ben, sagt Prin­zen­füh­re­rin Bri­git­te Kirstein. Ei­ne In­for­ma­ti­on, die der de- si­gnier­te Prinz mit gro­ßen Au­gen auf­nimmt: „Ich wer­de dann abends tot ins Bett fal­len“, ant­wor­tet er la­chend.

Sei­ne Frau hat­te auf die Nach­richt, er sei der neue Prinz, ähn­lich re­agiert, er­zählt der Ü-60-er. Die hat­te ihn da­mals kur­zer­hand zum Ver­rück­ten er­klärt. Da­bei hät­te sie schon ah­nen kön­nen, dass es ei­nes Ta­ges so weit sein wür­de. Be­reits mit 40 Jah­ren ha­be ihr Ehe­mann Prinz sein wol­len. Und das, ob­wohl er wäh­rend sei­ner Zeit in Mainz schlech­te Er­fah­run­gen mit dem Kar­ne­val ge­macht hat­te. Ei­gent­lich, sagt Alt­mey­er-Lan­ge, ha­be er ge­glaubt, das blie­be auch so. Dann aber sei er von Freun­den hier mit­ge­schleppt wor­den – und der Bann war plötz­lich ge­bro­chen, der Prinz wach­ge­küsst.

Der tat sich al­ler­dings schwer, Pa­gen zu fin­den. „In mei­nem Al­ter ist es nicht so leicht, jun­ge Frau­en an­zu­spre­chen. Die ge­hö­ren ein­fach nicht zu mei­nem Be­kann­ten­kreis“, merkt er an. So kam ihm die Idee, Ja­mal und Na­ni aus Eri­trea mit ins Boot zu ho­len. Weil Alt­mey­er-Lan­ge Vor­sit­zen­der der Awo in Leichlingen ist, hat­ten die Drei schon län­ger Kon­takt.

Kar­ne­val kann­ten die bei­den Afri­ka­ner zu­vor je­doch nicht, wie der 21-jäh­ri­ge Ja­mal kopf­schüt­telnd be­ton­te. Erst­ma­lig mit dem Fest in Be­rüh­rung ge­kom­men wa­ren sie beim Wohn­zim­mer-Kar­ne­val der Awo, wo sie kell­ner­ten. „Schon da­mals ha­ben sie die Omas und Opas be­geis­tert – vor al­lem die Omas“, er­in­nert sich Men­tor Alt­mey­er-Lan­ge. „Ich ha­be sie be­ob­ach­tet. Sie dach­ten, glau­be ich, al­le hier sei­en be­scheu­ert.“

Das scheint den Bei­den aber gut zu ge­fal­len. „Es ist schön, die Leu­te so viel la­chen zu se­hen“, be­schreibt Na­ni, des­sen Frau froh ist, wenn er – ne­ben dem Prak­ti­kum, das er bald be­ginnt, Be­schäf­ti­gung hat. Kom­plet­tiert wird das Ge­fol­ge schließ­lich durch Pa­ge Andrea Cer­kov­nik und der Tanz­gar­de des Ju­gen­dTanz-Sport-Club Leichlingen (JTSC) „Blau-Weiss“.

FO­TO: UWE MISERIUS

Prinz Micha­el der III mit sei­nen bei­den Ad­ju­tan­ten Na­ni Ghir­may (links) und Ja­mal Mo­ha­med (rechts) aus Eri­trea.

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