Stadt will Ge­büh­ren auf Park­plät­zen um „250 Pro­zent“er­hö­hen

Ab mor­gen dis­ku­tiert die Politik über ei­ne neue Park­ge­büh­ren-Ord­nung. Da­rin geht es auch dar­um, auf dem Sch­le­bu­scher Markt fürs Par­ken Geld zu zah­len.

Rheinische Post Opladen - - RHEIN-WUPPER ZEITUNG - VON LUDMILLA HAUSER

LEVERKUSEN Mor­gen steht im Bür­ger- und Um­welt­aus­schuss die Neu­fas­sung der Park­ge­büh­ren-Ord­nung auf der Agen­da. Und die bringt ei­ne or­dent­li­che Er­hö­hung mit sich: Die Ver­wal­tung will das Stad­ge­biet in zwei Zo­nen ein­tei­len: • Be­rei­che mit ho­hem Park­druck (Zo­ne 1) und Be­rei­che mit eher ge­rin­gem Park­druck (Zo­ne 2). In den Be­rei­chen sol­len dann je­weils glei­che Ge­büh­ren auf ober­ir­di­schen Park­plät­zen er­ho­ben wer­den. Für Zo­ne 1 (In­nen­stadt­nä­he in al­len drei Stadt­zen­tren) schlägt die Stadt 0,50 Eu­ro je an­ge­fan­ge­ne 20 Mi­nu­ten vor, da­nach je vier Mi­nu­ten wei­te­re zehn Cent. „Die Park­ge­bühr für ei­ne St­un­de liegt da­mit bei 1,50 Eu­ro und liegt so­mit über den Park­ge­büh­ren, die in den Tief­ga­ra­gen er­ho­ben wer­den“, schreibt die Stadt. Das ist Ab­sicht. Denn: „Um ei­ne Ver­bes­se­rung des Wohn­um­fel­des zu er­rei­chen und Park­such­ver­keh­re in den Wohn­stra­ßen zu re­du­zie­ren, ist es not­wen­dig, die Nut­zung der vor­han­de­nen Tief­ga­ra­gen zu at­trak­ti­vie­ren oder ei­nen An­reiz zu schaf­fen, über al­ter­na­ti­ve Fort­be­we­gungs­mit­tel nach­zu­den­ken“, heißt es im Be­ra­tungs­pa­pier. „Ei­ne ef­fek- ti­ve Mög­lich­keit hier­zu be­steht da­rin, die Park­ge­büh­ren ober­ir­disch in Ci­ty-Nä­he so­wie im Nah­be­reich des Kli­ni­kums so an­zu­he­ben, dass die­se die Park­ge­büh­ren in den Park­häu­sern deut­lich über­stei­gen.“So wer­de das Par­ken im Wohn­um­feld we­ni­ger at­trak­tiv. Zu­dem: Seit 2012 ha­be die Stadt die Park­ge­büh­ren nicht mehr an­ge­ho­ben. Sie sei­en auf nied­ri­gem Ni­veau und ge­rin­ger als in ver­gleich­ba­ren Städ­ten.

In Zo­ne 2 sol­len die Park­scheinGe­büh­ren je an­ge­fan­ge­ner hal­ber St­un­de bei 50 Cent lie­gen, „da­nach je 30 Mi­nu­ten bei 50 Cent oder je sechs Mi­nu­ten bei zehn Cent“. Für ei­ne St­un­de zah­len Au­to­fah­rer dann ei­nen Eu­ro. Da­mit die Um­stel­lung ge­lingt, müss­te die Stadt al­le 113 Park­schein-Au­to­ma­ten und Schil­der um­stel­len. Kos­ten­punkt: 33.000 Eu­ro. Die Stadt be­zif­fert die Mehr­ein­nah­men „durch die Maß­nah­me“mit 400.000 Eu­ro. Für Elek­tro­fahr­zeu­ge und Car-Sha­ring-Au- tos soll das ober­ir­di­sche Par­ken für zwei St­un­den (mit Park­schei­be) kos­ten­frei sein, schlägt die Stadt vor. Und: Der Markt­platz in Sch­le­busch und um­lie­gen­de Stra­ßen, bis­her ge­büh­ren­frei, sol­len nach die­sem Kon­zept dann eben­falls ge­büh­ren­pflich­tig wer­den. Ein Bür­ger­an­trag hat­te dies be­reits im ver­gan­ge­nen Jahr ge­for­dert.

Mor­gen und in den üb­ri­gen Gre­mi­en könn­te es ei­ne hei­ße Po­lit­de­bat­te ge­ben. Ges­tern mel­de­te sich be­reits Opladen Plus mit Wi­der­spruch. Te­nor: „Die Neu­fas­sung der Ge­büh­ren­ord­nung ist maß­los über­zo­gen und kon­tra­pro­duk­tiv.“Opladen wer­de der­zeit mit dem Stadt­ent­wick­lungs­kon­zept mü­he­voll zu­kunfts­fit ge­macht, „und nun das: Park­ge­büh­ren­er­höh­nung um 250 Pro­zent! Von 60 Cent di­rekt auf 1,50 Eu­ro die St­un­de“, wet­ter­te Mar­kus Pott. „Nicht oh­ne Grund sind die Park­ge­büh­ren in Opladen deut­lich ge­rin­ger als in der Ci­ty. Der Op­la­de­ner Ein­zel­han­del ist seit Jahr­zehn­ten aus dem Blick­win­kel der Stadt­ent­wick­lung ge­fal­len. Das Op­la­de­ner Ein­zel­han­dels­an­ge­bot kann mit dem in Wies­dorf nicht mit­hal­ten. Folg­lich müs­sen sich auch die Park­prei­se un­ter­schei­den“, ar­gu­men­tier­te er.

„Die Park­ge­bühr für ei­ne St­un­de liegt bei 1,50 Eu­ro und so­mit über den Ge­büh­ren in den Tief­ga­ra­gen“

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