Frei­stel­lung für die Pfle­ge von An­ge­hö­ri­gen

Rheinische Post Ratingen - - BERUF&KARRIERE -

(dpa) Ei­ne Pfle­ge­be­dürf­tig­keit kann un­er­war­tet ein­tre­ten – et­wa wenn ei­ne Per­son plötz­lich stürzt. In ei­ner sol­chen Si­tua­ti­on brau­chen An­ge­hö­ri­ge meist spon­tan frei, um die wei­te­ren Schrit­te zu or­ga­ni­sie­ren. Aber dür­fen Ar­beit­neh­mer sich für die Pfle­ge ei­nes An­ge­hö­ri­gen ein­fach frei­stel­len las­sen? „Ja, das ist mög­lich“, sagt Pe­ter Mey­er, Fach­an­walt für Ar­beits­recht. „Wenn es er­for­der­lich ist, weil ei­ne aku­te Pfle­ge­si­tua­ti­on be­steht, kön­nen An­ge­hö­ri­ge bis zu zehn Ar­beits­ta­ge der Ar­beit fern­blei­ben“. In der Re­gel er­hal­ten sie dann – ver­gleich­bar mit ei­nem un­be­zahl­ten Ur­laub – in die­ser Zeit kein Ge­halt. Manch­mal ent­schei­den Ar­beit­neh­mer aber auch, dass sie sich um ei­nen pfle­ge­be­dürf­ti­gen An­ge­hö­ri­gen lang­fris­ti­ger küm­mern wol­len. „Pfle­gen Sie den An­ge­hö­ri­gen zu Hau­se, ha­ben Sie ei­nen An­spruch auf voll­stän­di­ge Frei­stel­lung bis zu sechs Mo­na­ten“, sagt Mey­er. Dies müs­sen sie min­des­tens zehn Ta­ge vor­her dem Chef schrift­lich an­kün­di­gen. Die­ser muss der Frei­stel­lung zu­stim­men, wenn er mehr als 15 Be­schäf­tig­te hat.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.