SPD-Vor­stand be­schließt Ver­fah­ren ge­gen Sar­ra­zin

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - VORDERSEITE - VON EVA QUADBECK

BERLIN Ge­gen den Rat pro­mi­nen­ter So­zi­al­de­mo­kra­ten hat der SPD-Par­tei­vor­stand ges­tern nun for­mell ein Aus­schluss­ver­fah­ren ge­gen den ehe­ma­li­gen Ber­li­ner Fi­nanz­se­na­tor Thi­lo Sar­ra­zin ein­ge­lei­tet. Da­mit re­agiert die SPD auf die um­strit­te­nen The­sen Sar­ra­zins ei­ner an­geb­lich ge­rin­ge­ren erb­li­chen In­tel­li­genz tür­ki­scher Zu­wan­de­rer.

Nach An­ga­ben von Teil­neh­mern war der Ab­stim­mung ei­ne De­bat­te über In­te­gra­ti­on und die Fol­gen der Sar­ra­zin-Af­fä­re für die SPD vor­aus­ge­gan­gen. Der Be­schluss wur­de mit ei­ner Stim­me Ent­hal­tung ge­fasst, die vom Ge­werk­schaf­ter Diet­mar He­xel kam. Im Vor­feld hat­ten sich der ehe­ma­li­ge Frak­ti­ons­chef Pe­ter Struck, Ex-Fi­nanz­mi­nis­ter Peer St­ein­brück und Ham­burgs eins­ti­ger Bür­ger­meis­ter Klaus von Dohn­anyi ge­gen ei­nen Raus­wurf Sar­ra­zins aus­ge­spro­chen. SPD-Vor­stands­mit­glied Mar­tin Schulz, der dem Be­schluss zu­stimm­te, zeig­te sich auch skep­tisch: „Ein Par­tei­ver­fah­ren ge­gen ihn, ist ge­nau das, was sich die­ser scham­lo­se Selbst­ver­mark­ter wünscht. Wir soll­ten uns mit den The­men Sar­ra­zins be­fas­sen und nicht so sehr mit der Per­son“, sag­te Schulz der „Bild“-Zei­tung. Un­ter­des­sen sorg­te die Mel­dung für Auf­re­gung, die Bun­des­re­gie­rung ha­be ei­ner Son­der­ver­gü­tung von 1000 Eu­ro mo­nat­lich für den schei­den­den Bun­des­bank­vor­stand Sar­ra­zin zu­ge­stimmt. Ein Re­gie­rungs­spre­cher be­zeich­ne­te dies als falsch. Un­klar blieb ges­tern, ob die Re­gie­rung Ein­fluss auf die Ab­ma­chung neh­men kann und wird.

„Wir soll­ten uns nicht so sehr mit der Per­son

Sar­ra­zins be­fas­sen“

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