An­stoß für mehr Or­gan­spen­den

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - STIMME DES WESTENS -

DV O N G R EG O R M AY N T Z ie Per­sön­lich­keits­rech­te je­des Men­schen en­den nicht mit sei­nem Tod. Das hat das Ver­fas­sungs­ge­richt be­reits An­fang der 70er Jah­re fest­ge­stellt. Auch oh­ne die­ses Wis­sen um das ver­fas­sungs­mä­ßig ver­brief­te Recht auf kör­per­li­che Un­ver­sehrt­heit ver­spü­ren vie­le Men­schen das tie­fe Be­dürf­nis, auch nach dem En­de des Le­bens un­an­tast­bar zu blei­ben. Es ist ein Ge­bot der Men­schen­wür­de und der Hu­ma­ni­tät, die­ses An­lie­gen sorg­sam zu re­spek­tie­ren.

Zu­gleich sind je­doch vie­le tau­send Men­schen zu Krank­heit und Tod ver­ur­teilt, weil nicht ge­nü­gend Or­gan­spen­den zur Ver­fü­gung ste­hen. Es müss­ten zehn­mal mehr sein als der­zeit. Die für die Be­trof­fe­nen grau­sa­me War­te­lis­te hängt auch da­mit zu­sam­men, dass sich zu we­nig Men­schen kon­kre­te Ge­dan­ken dar­über ma­chen, ob ein Teil von ih­nen Le­ben ret­ten darf, wenn sie selbst nicht mehr le­ben. EKDRats­prä­si­dent Ni­ko­laus Schnei­der hat es für je­den Chris­ten auf den Punkt ge­bracht: „Ich glau­be, dass Gott mei­ne al­ten Or­ga­ne nicht mehr braucht, wenn er mir nach dem Tod ein neu­es Le­ben schenkt.“

Dar­auf müs­sen vie­le nur ge­sto­ßen wer­den. Die Initia­ti­ve der Uni­ons­frak­ti­on, künf­tig in je­dem neu­en Pass oder Füh­rer­schein die Ent­schei­dung über ei­ne Or­gan­spen­de fest­zu­le­gen, dient ge­nau die­sem An­lie­gen – oh­ne das Recht zu miss­ach­ten, auch Nein sa­gen zu kön­nen.

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