Schäu­bles Theo­rie

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - STIMME DES WESTENS - VON BIR­GIT MAR­SCHALL

Wolf­gang Schäu­b­le wird heu­te bei der Ein­brin­gung sei­nes ers­ten ei­ge­nen Bun­des­haus­halts be­to­nen, wie er sich die Li­nie mo­der­ner Fi­nanz­po­li­tik vor­stellt: Wachs­tums­freund­lich soll sie sein, und trotz­dem mit­tel­fris­tig ein­deu­tig aus­ge­rich­tet auf den De­fi­zit­ab­bau. Schäu­b­le nennt das „wachs­tums­freund­li­che Kon­so­li­die­rungs­po­li­tik“.

Das klingt nicht nur gut, das ist auch gut. Doch noch ist das nur Theo­rie. Der Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter wird in den nächs­ten Mo­na­ten und Jah­ren erst zei­gen müs­sen, ob ihm die Um­set­zung die­ser ver­nünf­ti­gen Li­nie auch in der Pra­xis ge­lingt. Das Spar­pa­ket der Re­gie­rung ist noch kein Be­weis für ein Ge­lin­gen: An ei­nen ech­ten Sub­ven­ti­ons­ab­bau wagt sich die Re­gie­rung bis­her nicht her­an. Vie­le Pos­ten im Spar­pa­ket sind zu­dem Hoff­nungs­wer­te oder nur rei­ne Um­bu­chun­gen in­ner­halb staat­li­cher Trans­fer­sys­te­me.

Um sein Ver­spre­chen ein­zu­lö­sen, müss­te Schäu­b­le die Aus­ga­ben des Bun­des kon­se­quen­ter durch­fors­ten und die Ko­ali­ti­on zu ech­ten Kür­zun­gen et­wa bei der Viel­zahl von För­der­pro­gram­men zwin­gen. Und wirk­lich wachs­tums­freund­lich wä­re die Re­gie­rung ins­ge­samt, wür­de sie den An­stieg der So­zi­al­bei­trä­ge be­herz­ter be­kämp­fen. In der Ge­sund­heits­po­li­tik zeigt sie, dass sie da­zu den Mut nicht hat.

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