Kaum Hoff­nung vor neu­en Nah­ost-Frie­dens­ge­sprä­chen

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - POLITIK - VON GIL YARON

JE­RU­SA­LEM Im ägyp­ti­schen Schar­mel-Scheich be­ginnt heu­te un­ter der Ver­mitt­lung von US-Au­ßen­mi­nis­te­rin Hil­la­ry Cl­in­ton und dem ägyp­ti­schen Prä­si­dent Hos­ni Mu­ba­rak die zwei­te Run­de di­rek­ter Frie­dens­ge­sprä­che zwi­schen Is­rae­lis und Pa­läs­ti­nen­sern. Nur we­ni­ge St­un­den vor Be­ginn des fei­er­li­chen Gip­fels war selbst die Ta­ges­ord­nung bei­den Sei­ten noch un­be­kannt. Die Ex­tre­mis­ten wol­len die Ver­hand­lun­gen durch At­ten­ta­te be­en­den. Is­ra­els Ge­heim­dienst­chef Ju­val Dis­kin warn­te vor ei­ner Zu­nah­me von Ge­walt­ak­ten. Die ra­di­kal-is­la­mi­sche Ha­mas wol­le die Frie­dens­ge­sprä­che mit Ter­ror auf­hal­ten. Seit ver­gan­ge­nem Mitt­woch ha­ben Pa­läs­ti­nen­ser zehn Ra­ke­ten aus Ga­za auf Is­ra­el ab­ge­schos­sen. Bei is­rae­li­schen Ver­gel­tungs­an­grif­fen star­ben drei Pa­läs­ti­nen­ser. Auch im West­jor­dan­land dro­hen At­ten­ta­te. Da­für ge­be es kon­kre­te Be­wei­se, sag­te Dis­kin.

Nur we­ni­ge St­un­den vor der zwei­ten Ge­sprächs­run­de in den Ver­hand­lun­gen zwi­schen Is­rae­lis und Pa­läs­ti­nen­sern gab es auf bei­den Sei­ten kaum Op­ti­mis­mus. Knapp zwei Wo­chen nach dem Ver­hand­lungs­be­ginn in Washington zeich­net sich ei­ne Kri­se ab: Am 26. Sep­tem­ber en­det ein zehn­mo­na­ti­ger Sied­lungs­bau­stopp im von Is­ra­el be­setz­ten West­jor­dan­land. Is­ra­els Pre­mier Ben­ja­min Ne­tan­ja­hu hat­te ihn ver­hängt, um die Pa­läs­ti­nen­ser an den Ver­hand­lungs­tisch zu lo­cken. Jetzt steht er vor ei­nem schwe­ren Di­lem­ma: Ent­we­der baut er wie am Wo­che­n­en­de an­ge­kün­digt wei­ter und ver­prellt da­mit die Pa­läs­ti­nen­ser und die USA, oder er ver­gällt sei­ne rech­ten Ko­ali­ti­ons­part­ner und pro­vo­ziert ei­ne Re­gie­rungs­kri­se. Auch die Sied­ler, die Ne­tan­ja­hu 2008 ins Amt wäh­len, dro­hen: „Ei­ne Ver­län­ge­rung des Baustopps be­deu­tet aus un­se­rer Sicht das En­de von Ne­tan­ja­hus Re­gie­rung“, sag­te Ger­schon Me­si­ka, Vor­ste­her ei­nes Sied­ler­land­krei­ses.

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