Ha­rald Schmidt zu­rück zu Sat.1

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - GESELLSCHAFT - VON ULLI TÜCK­MAN­TEL

KÖLN Drei Ta­ge vor sei­ner Rück­kehr aus der Som­mer­pau­se auf den ARD-Bild­schirm hat La­te-Nigh­tTal­ker Ha­rald Schmidt (53) ges­tern sei­ne Rück­kehr zu Sat.1 an­ge­kün­digt. Zwei­mal wö­chent­lich will Schmidt ab Sep­tem­ber 2011 mit dem Kon­zept der al­ten „Ha­rald Schmidt Show“ auf Sen­dung ge­hen, die be­reits von 1995 bis 2003 bei Sat.1 lief. Der neue Ver­trag läuft zu­nächst über zwei Jah­re.

Sat.1-Ge­schäfts­füh­rer Andre­as Bartl fei­er­te die Nach­richt ges­tern über­schwäng­lich: „End­lich, der Meis­ter kehrt zu­rück!“ Mit den letz­ten Talk­show-Ein­käu­fen bei ARD und ZDF hat­te Sat.1 bis­lang frei­lich kein Glück: So­wohl die Show von Jo­han­nes B. Ker­ner als auch die von Oli­ver Po­cher kom­men trotz häu­fig wech­seln­der Sen­de­plät­ze und kon­zep­tio­nel­ler Dau­er-Nach­bes­se­rung nicht auf zwei­stel­li­ge Quo­ten.

Bartls An­kün­di­gung, Schmidts Show sei über Jah­re prä­gend für Sat.1 ge­we­sen, und dar­an wol­le man wie­der an­knüp­fen, dürf­ten nicht ein­mal Ker­ner und Po­cher als Lob ih­rer Leis­tun­gen miss­ver­ste­hen. Dass Bartl sich mit kei­nem Wort be­müh­te, die drei teu­ers­ten An­ge­stell­ten sei­nes Sen­ders in ei­nen nach­voll­zieh­ba­ren Pro­gramm­zu­sam­men­hang zu stel­len, könn­te die ers­te An­kün­di­gung der er­wart­ba­ren Tren­nung von Po­cher oder Ker­ner sein.

Ha­rald Schmidt, der Sat.1 nach sei­nem Wech­sel zur ARD als „Un­ter­schicht­fern­se­hen“ ge­schmäht hat­te, er­klär­te ges­tern zu sei­nem neu­en En­ga­ge­ment: „Ab­lö­se­frei zum Cham­pi­ons-Le­ague-Sen­der – ein Traum! Jetzt will ich auch Ka­pi­tän wer­den!“ Schmidts letz­te ARDQuo­ten sind mit deut­lich un­ter ei­ner Mil­li­on Zu­schau­ern eher Be­zirks­li­ga. Den­noch be­müh­te sich die ARD ges­tern, zur Ab­schieds­an­kün­di­gung ein trau­ri­ges Ge­sicht zu ma­chen. Man be­daue­re Schmidts Ent­schluss, denn man hät­te die Zu­sam­men­ar­beit mit ihm ger­ne fort­ge­setzt, so ARD-Pro­gramm­di­rek­tor Vol­ker Her­res, dar­über ha­be man „in den nächs­ten Wo­chen“ mit ihm spre­chen wol­len.

Dass ge­nau das bis­her nicht ge­sche­hen ist, dürf­te be­reits ein Teil der Er­klä­rung für Schmidts Wech­sel und den ge­wähl­ten Zeit­punkt sei­ner An­kün­di­gung sein. Noch bis mor­gen ta­gen näm­lich die ARD-In­ten­dan­ten in Bonn und ver­tei­len dort die Sen­de­plät­ze für den Herbst 2011 neu. Dann wech­selt Gün­ther Jauch zur ARD und ver­drängt Anne Will von ih­rem Sen­de­platz am Sonn­tag­abend. Da­her müs­sen die ver­blie­be­nen Aben­de un­ter Anne Will, Frank Plas­berg, Rein­hold Beck­mann und San­dra Maisch­ber­ger auf­ge­teilt wer­den. Schon als Jauchs Wech­sel spruch­reif war, dis­ku­tier­te auf den ARD-Füh­rungs­eta­gen nie­mand über Ha­rald Schmidts Zu­kunft. Da­durch, dass Schmidt den Don­ners­tag-Platz um 22.45 Uhr nun gruß­los räumt, hat die ARD in ih­rer Selbst­wahr­neh­mung le­dig­lich ein Pro­blem we­ni­ger.

FO­TO: SAT.1

Ha­rald Schmidt mo­de­riert für Sat.1 zwei Sen­dun­gen pro Wo­che.

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