Alu-Rie­se kri­ti­siert Rot-Grün

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - WIRTSCHAFT - VON THO­MAS REISENER

ES­SEN Deutsch­lands größ­ter Alu­mi­ni­um­pro­du­zent Tri­met übt schar­fe Kri­tik an der neu­en Lan­des­re­gie­rung in NRW: „Wir be­ob­ach­ten Ro­tG­rün mit gro­ßer Sor­ge“, sag­te ges­tern Tri­met-Al­lein­ei­gen­tü­mer Heinz-Pe­ter Schlü­ter bei der Vor­stel­lung der Ge­schäfts­zah­len für das ver­gan­ge­ne Jahr. Die ab­leh­nen­de Hal­tung der neu­en Re­gie­rung ge­gen­über dem Kraft­werks­neu­bau in Dat­teln sei „ab­schre­ckend“. Blei­be es bei dem Aus für das fast fer­tig­ge­stell­te Werk, „wä­re das ei­ne über­deut­li­che War­nung vor Groß­in­ves­ti­tio­nen in NRW“, so Schlü­ter. Au­ßer­dem ver­misst Tri­met ein kla­res Be­kennt­nis von Rot-Grün zur Braun­koh­le „als be­re­chen­bar preis­güns­ti­ger Strom­quel­le“.

Die Pro­duk­ti­on von Alu­mi­ni­um ver­braucht mehr Strom als je­der an­de­re Pro­duk­ti­ons­pro­zess in Deutsch­land. Un­ter Ver­weis auf die in Deutsch­land be­son­ders ho­hen Strom­kos­ten ha­ben schon di­ver­se An­bie­ter die Se­gel ge­stri­chen – zu­letzt stell­te der nor­we­gi­sche Norsk Hy­dro-Kon­zern des­halb sei­nen Stand­ort Neuss in Fra­ge. Al­lein we­gen des Weg­falls von bran­chen­spe­zi­fi­schen Öko­steu­er­Pri­vi­le­gi­en sieht Tri­met ak­tu­ell Mehr­be­las­tun­gen von 2,5 Mil­lio­nen Eu­ro pro Jahr.

An­de­rer­seits wa­ren die Strom­prei­se im ver­gan­ge­nen Jahr kri­sen­be­dingt un­ter dem Strich nied­rig, und Tri­met hat über die ge­sam­te Kri­se hin­weg ge­gen den Trend un­ge­wöhn­lich viel in­ves­tiert. Mit 30 Mil­lio­nen Eu­ro la­gen die In­ves­ti­tio-

Trotz Kri­se in­ves­tiert – und gut

da­mit ge­fah­ren

nen im ab­ge­lau­fe­nen Ge­schäfts­jahr so­gar um 50 Pro­zent über den Invs­ti­tio­nen 2008. Er­geb­nis: Als die Kon­junk­tur im Au­gust wie­der an­zog, pro­fi­tier­te Tri­met enorm. Der Um­satz stieg des­halb im Ge­samt­ge­schäfts­jahr auf 870 Mil­lio­nen Eu­ro (von 827 Mio.), das Be­triebs­er­geb­nis auf 32,6 Mil­lio­nen Eu­ro (von 12,8) und der Jah­res­über­schuss auf 28,6 Mil­lio­nen Eu­ro (von 1,2). An­ge­sichts der enor­men Ei­gen­ka­pi­tal­Quo­te von ak­tu­ell 40,5 Pro­zent könn­te man bei­na­he ver­mu­ten, Tri­met wis­se der­zeit kaum noch wo­hin mit sei­nem Geld. Was die Mit­ar­bei­ter be­ru­hi­gen wird, de­ren An­zahl von 1548 im Vor­jahr auf jetzt 1586 ge­stie­gen ist.

Ver­läss­li­che po­li­ti­sche Rah­men­be­din­gun­gen vor­aus­ge­setzt – da­mit meint Tri­met im We­sent­li­chen den Strom­preis – soll das lau­fen­de Ge­schäfts­jahr so­gar noch bes­ser als das zu­rück­lie­gen­de ab­schlie­ßen.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.