Heid­feld vor der Rück­kehr in die For­mel 1

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - SPORT - VON ECK­HARD CZE­KAL­LA

DÜSSELDORF Te­am­chef Pe­ter Sau­ber hält sich be­deckt. Auch von Nick Heid­feld gibt es kei­nen er­hel­len­den Kom­men­tar. Doch die An­zei­chen ver­dich­ten sich, dass der Mön­chen­glad­ba­cher zum Schwei­zer Renn­stall zu­rück­kehrt, für den er be­reits von 2001 bis 2003 und von 2006 bis 2009 un­ter­wegs war. An­geb­lich sitzt der 33-Jäh­ri­ge schon in zwei Wo­chen in Sin­ga­pur im Cock­pit.

Als Pe­dro de la Ro­sa vor zwei Ta­gen nach dem Grand Prix von Ita­li­en in Mon­za ins Bü­ro von Pe­ter Sau­ber und Ge­schäfts­füh­re­rin Mo­ni­sha Kal­ten­born ge­ru­fen wor­den war und nach 15 Mi­nu­ten mit aus­drucks­lo­sem Blick her­aus­kam, war für Be­ob­ach­ter der For­mel-1-Sze­ne das Aus für den Spa­nier per­fekt. Der 39-Jäh­ri­ge, nach acht Jah­ren über­wie­gend als Test­fah­rer für McLa­ren bei Sau­ber zum Stamm­pi­lo­ten be­för­dert, blieb hin­ter den Er­war­tun­gen. Wäh­rend Team­kol­le­ge Ka­mui Ko­ba­ya­shi (24) sich stei­ger­te und in den zu­rück­lie­gen­den sechs Ren­nen 20 sei­ner im­mer­hin 21 WM-Punk­te hol­te, kam de la Ro­sa in 14 Läu­fen nur ein­mal in die Punkt­rän­ge (sieb­ter Platz in Bu­da­pest) und stand im Schat­ten des Ja­pa­ners.

An­geb­lich soll­te de la Ro­sa schon Mit­te Ju­li durch Heid­feld er­setzt wer­den, doch ein nun in Mon­za aus­ge­lau­fe­ner, vom Spa­nier mit ein­ge­fä­del­ter lu­kra­ti­ver Spon­so­ren­ver­trag si­cher­te ihm noch den Ar­beits­platz. Heid­feld hat­te für die­se Sai­son auf ein Cock­pit bei Mer­ce­des ge­hofft, war aber En­de De­zem­ber durch Michael Schu­ma­chers Come­back aus­ge­bremst und nur als Test-und Er­satz­fah­rer über­nom­men wor­den. Im Au­gust er­hielt er die Frei­ga­be, um beim künf­ti­gen For­mel-1-Rei­fen­lie­fe­ran­ten Pi­rel­li an der Ent­wick­lung des „schwar­zen Gol­des“ mit­zu­ar­bei­ten. „Es ist ja kein Ge­heim­nis, dass ich nicht des Gel­des we­gen tes­te, son­dern um 2011 wie­der ein For­mel-1-Cock­pit zu er­hal­ten“, sag­te Heid­feld, der in die­ser Wo­che zum drit­ten Mal für die Ita­lie­ner un­ter­wegs ist und viel Lob für sei­ne Mit­ar­beit er­hielt. Die Pi­rel­li-Rei­fen tes­ten die Teams erst­mals am 15. No­vem­ber in Abu Dha­bi, ei­nen Tag nach dem WM-Fi­na­le.

Soll­te Heid­feld bei Sau­ber un­ter­schrei­ben, ist sei­ne Zu­kunft bei Pi­rel­li un­ge­wiss. Spe­ku­liert wird, dass ihn der er­fah­re­ne de la Ro­sa be­er­ben könn­te. Heid­felds Rück­kehr zu Sau­ber wä­re aber auch ein Ri­si­ko. Der 33-Jäh­ri­ge, der 167 Ren­nen oh­ne Sieg auf dem Bu­ckel hat, schaut schon fast ei­ne Sai­son nur zu. Soll­te er nicht so­fort mit dem Au­to zu­recht­kom­men, schwächt dies sei­ne Chan­cen auf ei­nen dau­er­haf­ten Ar­beits­platz. Da wä­re das Wis­sen über die neu­en Rei­fen wo­mög­lich ei­ne bes­se­re Emp­feh­lung.

Nick Heid­feld

Fo­to: dpa

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