„Ich ha­be volls­tes Ver­trau­en“

Pe­ter Fry­muth, Vor­stands­vor­sit­zen­der des Fuß­ball-Zweit­li­gis­ten Fortu­na, über die Er­mitt­lun­gen im Wettskan­dal, ver­ge­be­ne Tor­chan­cen, sein Ver­hält­nis zur sport­li­chen Lei­tung und den Wan­del im Ver­ein

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORFER SPORT -

Fry­muth Das ist si­cher rich­tig. In der ver­gan­ge­nen Sai­son lief für uns na­he­zu al­les in die rich­ti­ge Rich­tung, dies­mal sieht das lei­der an­ders aus. Fry­muth Of­fen­bar ist es ja so, dass Jour­na­lis­ten eher In­for­ma­tio­nen er­hal­ten als die Ver­ei­ne. Wir sind in Sa­chen Wettskan­dal seit den Ver­neh­mun­gen zwei­er Spie­ler un­se­rer zwei­ten Mann­schaft von kei­ner Stel­le mehr kon­tak­tiert wor­den, we­der ei­ner staat­li­chen noch ei­ner sport­li­chen. Fry­muth Nein, die Spie­ler ha­ben uns in­for­miert, und wir ha­ben dann Kon­takt zur Staats­an­walt­schaft auf­ge­nom­men und noch am sel­ben Tag ei­ne Er­klä­rung her­aus­ge­ge­ben. Fry­muth Nein, wir wis­sen we­der et­was über die Art und den Um­fang der Er­mitt­lun­gen, noch wur­den uns ge­gen­über Vor­wür­fe jed­we­der Art er­ho­ben. Fry­muth Nein, si­cher nicht. Aber es gibt nun ein­mal auch Tie­fen im Fuß­ball. Und ich bin über­zeugt, dass un­se­re Mann­schaft sich dar­aus zeit­nah lö­sen wird. Fry­muth Ich weiß ein­fach, dass in un­se­rem sport­li­chen Be­reich die Är-

Und da­mals hat sich die Staats­an­walt­schaft an Fortu­na ge­wandt?

Was macht Sie so zu­ver­sicht­lich? Herr Fry­muth, wür­den Sie fol­gen­der Ein­schät­zung zu­stim­men: Es gibt an­ge­neh­me­re Pha­sen im Le­ben ei­nes Ver­eins­vor­sit­zen­den. Und zur sport­li­chen Tal­fahrt kom­men jetzt noch die Er­mitt­lun­gen im Wettskan­dal hin­zu. An­geb­lich steht Fortu­nas Auf­stiegs­spiel ge­gen Wer­der Bre­men II im Mai 2009 im Fo­kus. Wel­che In­for­ma­tio­nen ha­ben Sie? Wis­sen Sie denn, wel­che Er­mitt­lun­gen jetzt auf­ge­nom­men wur­den und ob es kon­kre­te Vor­wür­fe gibt? Dann las­sen Sie uns zu­rück zu kon­kre­te­ren Din­gen ge­hen. Vier Nie­der­la­gen in vier Pflicht­spie­len der Sai­son kön­nen Sie nicht zu­frie­den­stel­len.

mel auf­ge­krem­pelt wer­den. Wir ha­ben ei­ne eng­li­sche Wo­che vor der Brust. Es bie­tet sich die Chan­ce, mit drei Spie­len in ei­ner Wo­che für ein freund­li­che­res Ta­bel­len­bild zu sor­gen. Wir wol­len sie nut­zen.

Es be­steht aber auch die Ge­fahr, dass sich die Si­tua­ti­on in die­ser Wo­che noch wei­ter ver­schlim­mert.

Fry­muth Da­von ge­he ich nicht aus. Wir hat­ten zu­letzt ei­ne Viel­zahl von Tor­chan­cen. Wenn das am Sonn­tag im Heim­spiel ge­gen 1860 München wie­der so ist, wer­den wir cle­ve­rer vor­ge­hen. Falls die La­ge noch nicht je­dem Spie­ler be­wusst sein soll­te, wer­den Nor­bert Mei­er und Wolf Werner sie den Be­tref­fen­den schon ins Be­wusst­sein brin­gen.

Ha­ben Sie schon Kon­takt zu den bei­den auf­ge­nom­men?

Fry­muth Na­tür­lich, wir spre­chen re­gel­mä­ßig mit­ein­an­der.

Ha­ben Sie trotz des Fehl­starts volls­tes Ver­trau­en in die sport­li­che Lei­tung?

Fry­muth Ich ha­be nicht den ge­rings­ten An­satz­punkt, kein Ver­trau­en mehr zu ha­ben.

Ich fra­ge nur des­we­gen, weil Fortu­na ein­mal in dem Ruf stand, Trai­ner sehr früh­zei­tig in Fra­ge zu stel­len.

Fry­muth Aber dies hat sich doch seit vie­len Jah­ren grund­le­gend ver­än­dert. Wenn man in die sport­li­che Struk­tur und in die han­deln­den Per­so­nen Ver­trau­en hat, dann zwei­felt man auch nicht. Und ich ha­be volls­tes Ver­trau­en.

Was läuft denn jetzt falsch?

Fry­muth Mit­un­ter sind nur die Er­geb­nis­se an­ders als in der Vor­sai­son. Da­mals wuss­ten wir doch zur Halb­zeit des ers­ten Spiels ge­gen Pa­der­born selbst nicht, war­um wir ei­gent­lich 3:0 führ­ten. Ge­gen Her­tha BSC ha­ben wir uns weit­aus mehr Chan­cen er­ar­bei­tet als vor ei­nem Jahr ge­gen Pa­der­born, aber wir ha­ben den­noch ver­lo­ren.

Und wie kann man das än­dern?

Fry­muth Die ein­zi­ge Kon­se­quenz ist, wei­ter in­ten­siv zu ar­bei­ten und das Rad zu dre­hen.

Der vier­te Platz in der Vor­sai­son hat die Mess­lat­te hoch ge­legt. Wä­re es im Nach­hin­ein vi­el­leicht bes­ser ge­we­sen, Fortu­na wä­re nur Ach­ter ge­wor­den?

Fry­muth Man muss mit­neh­men, was mög­lich ist. Wir ha­ben al­le den Er­folg ge­nos­sen, und jetzt ha­ben Mann­schaft und sport­li­che Lei­tung die nö­ti­ge Rü­cken­de­ckung und das nö­ti­ge Ver­trau­en ein­fach ver­dient.

Bernd Jolitz

FO­TO: CHRISTOF WOLFF

Drei füh­ren­de Köp­fe Fortu­nas: Pe­ter Fry­muth, Ma­na­ger Wol­fWer­ner und Trai­ner Nor­bert Mei­er (von links) bei Mei­ers Ver­trags­ver­län­ge­rung vor acht Mo­na­ten im Trai­nings­la­ger von No­vo Sanc­ti Pe­tri.

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