Welt­pre­mie­re: Neue OP-Tech­nik für Herz­kran­ke

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORFER STADTPOST - VON ANANDA MILZ

Zum Schutz vor dem plötz­li­chen Herz­tod wur­de im Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Düsseldorf erst­mals bei drei Pa­ti­en­ten ein neu­es Sys­tem von De­fi­bril­la­to­ren ein­ge­setzt. Da­mit ist es nicht mehr er­for­der­lich, über ei­ne Vene ei­ne Elek­tro­de di­rekt in das Herz ein­zu­füh­ren. Das neue Ge­rät wird hin­ge­gen nur un­ter der Haut im­plan­tiert. „Der Ein­griff bei dem jüngs­ten Pa­ti­en­ten, ei­nem 21-jäh­ri­gen Mann, war ei­ne Welt­pre­mie­re“, sagt Chir­urg Joa­chim Win­ter. Auf­grund ei­nes schwe­ren, an­ge­bo­re­nen Herz­feh­lers und zwei er­for­der­li­chen Kor­rek­turo­pe­ra­tio­nen sei es bei dem jun­gen Mann nicht mög­lich ge­we­sen, ei­ne Elek­tro­de di­rekt in das Herz ein­zu­füh­ren. Durch die neue Ope­ra­ti­ons­tech­nik der Uni­k­li­nik konn­te dem Pa­ti­en­ten ei­ne drit­te Öff­nung des Brust­kor­bes er­spart wer­den.

Die­ser De­fi­bril­la­tor wird links seit­lich am Brust­korb un­ter­halb des Un­ter­haut­fett­ge­we­bes ein­ge­setzt und dient gleich­zei­tig als Elek­tro­de. Die Schock-Elek­tro­de, die par­al­lel zum Brust­bein eben­falls un­ter der Haut ver­läuft, wird mit dem De­fi­bril­la­tor ver­bun­den. Ein di­rek­ter Zu­gang zum Her­zen über das Ve­nen­sys­tem oder ei­ne Er­öff­nung des Brust­kor­bes ent­fällt.

35 000 Pa­ti­en­ten jähr­lich be­trof­fen

Rund 35000 Pa­ti­en­ten in Deutsch­land be­nö­ti­gen jähr­lich auf­grund von Herz­rhyth­mus­stö­run­gen De­fi­bril­la­to­ren, die dem Her­zen im Not­fall den le­bens­ret­ten­den elek­tri­schen Im­puls ver­set­zen. Die­se mi­nia­tu­ri­sier­ten, au­to­ma­ti­schen Ge­rä­te – ähn­lich ei­nem Herz­schritt­ma­cher – be­nö­ti­gen bis­lang ei­ne Elek­tro­de, die im Her­zen ver­an­kert wird.

Die drei Ein­grif­fe mit neu­er Tech­nik im Herzzentrum der Uni­k­li­nik wur­den von ei­nem ge­mein­sa­men Team der Ab­tei­lun­gen Herz­chir­ur­gie und Kar­dio­lo­gie vor­ge­nom­men. Laut Kli­nik konn­ten al­le bis­her be­han­del­ten Pa­ti­en­ten nach ei­nem kom­pli­ka­ti­ons­lo­sen Ver­lauf Haus be­reits ver­las­sen.

Ziel des Teams ist es, zu­nächst Pa­ti­en­ten mit ei­nem er­schwer­ten oder nicht mehr mög­li­chen ve­nö­sen Zu­gang zum Her­zen mit die­sem neu­en Ver­fah­ren zu ver­sor­gen. „Auch Per­so­nen mit ei­nem er­höh­ten In­fek­ti­ons­ri­si­ko wie et­wa Pa­ti­en­ten, die auf­grund ei­nes Nie­ren­ver­sa­gens sich stän­dig ei­ner Blut­wä­sche un­ter­zie­hen müs­sen, wer­den von die­ser neu­en The­ra­pie pro­fi­tie­ren“, be­tont Win­ter.

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