Fortu­na-Fans sam­meln für Ran­da­le-Op­fer

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF - VON STEFANI GEILHAUSEN

Fortu­nas Fan-Be­auf­trag­ter Jörg Em­gen­broich ist stock­sau­er: Rund 50 Be­su­cher des Zweit­li­ga­spiels ge­gen Frank­furt ha­ben im rot-wei­ßen Fan-Dress die Düs­sel­dor­fer Fuß­ball­fans ziem­lich in Ver­ruf ge­bracht. Weil sie oh­ne Ti­ckets in ei­nen ICE ge­stürmt wa­ren und den zu de­mo­lie­ren droh­ten, hat­te die Bahn sie auf dem Rück­weg in Lim­burg aus dem Zug ge­be­ten – und dort hat­ten ei­ni­ge von ih­nen noch wei­ter ran­da­liert. „Ich kann nur hof­fen, dass sie dar­über nach­den­ken und sich am Scha­den­er­satz be­tei­li­gen“, so der Fan-Be­auf­trag­te, der sich für die Ran­da­lie­rer ges­tern bei ei­ner Fa­mi­lie im Lim­bur­ger Stadt­teil Esch­ho­fen te­le­fo­nisch ent­schul­dig­te. De­ren Lkw war von un­be­kann­ten Tä­tern aus der Fan-Grup­pe in Brand ge­setzt wor­den.

Be­ne­fiz­spiel ge­gen Esch­ho­fen

Weil der Gar­ten­bau­be­trieb, der in der Nä­he des ICE-Bahn­hofs liegt, auf den Lkw an­ge­wie­sen ist, soll am Wo­che­n­en­de beim Heim­spiel un­ter den Fortu­na-Fans Geld ge­sam­melt wer­den. „Auch ein Fortu­na-Test­spiel ge­gen den VfL Esch­ho­fen zu­guns­ten der Fa­mi­lie wird über­legt“, so Em­gen­broich.

Wer den Lkw, der in ei­ner Scheu­ne stand, in Brand setz­te, steht nicht fest. Die Lim­bur­ger Po­li­zei er­mit­telt ge­gen Un­be­kannt. Si­cher ist nach An­ga­ben ei­nes Spre­chers al­ler­dings, dass es sich nicht um ein Ver­se­hen han­del­te: „Die Schei­be des Lkw wur­de ein­ge­schla­gen, be­vor das Feu­er ge­legt wur­de.“ Und aus der Scheu­ne des Be­triebs, die an das Wohn­haus der Fa­mi­lie an­grenzt, fehlt seit­dem ei­ne Fah­ne.

Die Bun­des­po­li­zei hat­te den Stopp des ICE ver­an­lasst, weil das Zug­per­so­nal sich über 50 Schwarz­fah­rer be­klagt hat­te, die in den Wa­gen der Ers­ten Klas­se mit Sach­be­schä­di­gun­gen droh­ten und Fahr­gäs­te mas­siv be­läs­tig­ten. Kaum aus dem Zug aus­ge­stie­gen, war ei­ne elf­köp­fi­ge Grup­pe über die Glei­se ge­lau­fen, hat­te ei­nen an­de­ren ICE zu ei­ner Not­brem­sung ge­nö­tigt. Meh­re­re an­de­re Per­so­nen wa­ren vom Bahn­steig auf das Ge­län­de des et­wa 100 Me­ter ent­fern­ten An­to­ni­us­hofs ge­rannt, wo we­nig spä­ter der Lkw aus­brann­te. Die Bun­des­po­li­zei hat 50 Straf­ver­fah­ren we­gen Er­schlei­chens von Leis­tun­gen und elf we­gen ge­fähr­li­chen Ein­griffs in den Bahn­ver­kehr ein­ge­lei­tet.

Der Deut­sche Fuß­ball­bund prüft ge­gen die Ran­da­lie­rer die Ver­hän­gung von Sta­di­on­ver­bo­ten.

FO­TO: LAU­BACH

Der ein­zi­ge Lkw des Fa­mi­li­en­be­triebs wur­de an­ge­zün­det.

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