Rhein­bahn ver­lässt Oberkassel

Die Haupt­ver­wal­tung an der Han­saal­lee wird ab­ge­ris­sen, das Are­al ver­kauft. In­ves­to­ren sind sehr in­ter­es­siert an die­sem Grund­stück in bes­ter La­ge. Neu ge­baut wer­den soll auf dem Be­triebs­hof in Lie­ren­feld.

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF - VON HANS ONKELBACH UND JÖRN TÜF­FERS

Die Hal­te­stel­le „Rhein­bahn-Haus“ an der Han­saal­lee wird es in ei­ni­gen Jah­ren wohl nicht mehr ge­ben, denn das Ver­kehrs­un­ter­neh­men will sei­ne Haupt­ver­wal­tung von Oberkassel nach Lie­ren­feld ver­le­gen. Rhein­bahn-Vor­stand Dirk Bie­sen­bach und Auf­sichts­rats­chef Andre­as Hart­nigk (CDU) ha­ben OB Dirk El­bers ges­tern im Rat­haus die Plä­ne vor­ge­stellt. Durch den Ver­kauf des Grund­stücks er­hofft sich die Rhein­bahn ei­nen sat­ten zwei­stel­li­gen Mil­lio­nen­be­trag. El­bers sei „sehr an­ge­tan“ ge­we­sen, so Hart­nigk auf RP-An­fra­ge.

Seit Jah­ren wird dar­über nach­ge­dacht, die Im­mo­bi­lie an der Han­saal­lee zu ver­kau­fen und auf dem Park­platz des Be­triebs­hofs in Lie­ren­feld ei­nen zeit­ge­mä­ßen Neu­bau zu er­rich­ten. Erst durch den Bau des Bel­sen­parks auf dem Ge­län­de des frü­he­ren Bahn­hofs­ge­län­des in Oberkassel steigt der Wert des Rhein­bahn-Grund­stücks.

Hart­nigk nennt meh­re­re Vor­tei­le: Die Zen­tra­le an der Han­saal­lee wur­de in den 70er Jah­ren ge­baut und ent­spricht nicht mehr den An­for­de­run­gen an ein mo­der­nes Bü­ro­ge­bäu­de. Ei­ne Re­no­vie­rung wür­de meh­re­re Mil­lio­nen Eu­ro be­deu­ten. Hart­nigk: „Was es heißt, im Be­stand zu mo­der­ni­sie­ren, se­hen wir bei der Oper: Die Kos­ten ex­plo­die­ren.“ Oberkassel wer­de nichts weg­ge­nom­men, be­geg­net der CDU-Po­li­ti­ker mög­li­cher Kri­tik: Durch at­trak­ti­ve Wohn­be­bau­ung er­hal­te der Stadt­teil ei­nen „Eye­cat­cher“. Die La­ge Die der­zei­ti­ge Haupt­ver­wal­tung liegt im Her­zen von Oberkassel, al­so an ei­ner Top-Adres­se. Wenn in we­ni­gen Wo­chen mit dem Bau des be­nach­bar­ten Bel­sen­parks be­gon­nen wird, dann ver­wan­delt sich die dor­ti­ge Bra­che in ei­nen neu­en Wohn-und Bü­ro-Park. Der ist in Oberkassel nicht un­um­strit­ten, vie­le fürch­ten die Über­las­tung ih­res Stadt­teils mit zu­sätz­li­chen Men­schen, Au­tos, Bü­ros. Aber für die Rhein­bahn be­deu­tet die­ses Pro­jekt ei­ne enor­me Auf­wer­tung ih­res Grund­be­sit­zes. Die Or­ga­ni­sa­ti­on Aus Krei­sen des Rhein­bahn-Auf­sichts­ra­tes ist zu hö­ren, dass man enor­me Kos­ten spart, wenn man nicht mehr an zwei Stand­or­ten „ver­wal­tet“– näm­lich Be­triebs­hof Lie­ren­feld und Ver­wal­tung Oberkassel. Ei­ne Zu­sam­men­le­gung wä­re ar­beits­or­ga­ni­sa­to­risch nur von Vor­teil. Die Kos­tenWenn die Rhein­bahn das Are­al an der Han­saal­lee ver­kauft, wird sie da­für so viel Geld be­kom­men, dass sie in Lie­ren­feld oh­ne zu- sätz­li­ches Geld neu bau­en kann. „Un­term Strich wird das Gan­ze kos­ten­neu­tral ab­lau­fen“, sag­te ein In­si­der. Das sei auch Vor­aus­set­zung für die­sen Wech­sel. Auf­wer­tung Lie­ren­feld Für Lie­ren­feld wä­re die An­sied­lung der Rhein­bahn-Haupt­ver­wal­tung sehr po­si­tiv: Rund 400 Leu­te ar­bei­ten dort, sie wür­den zu­sätz­li­che Kauf­kraft ins Vier­tel brin­gen, man könn­te mit ei­ner an­spre­chen­den Ar­chi­tek­tur städ­te­bau­lich punk­ten. Ein Kri­ti­ker, der nicht ge­nannt wer­den möch­te: „Ei­ne Top-Adres­se ist Lie­ren­feld nun ge­ra­de nicht.“

Für das Ge­län­de in Oberkassel gibt es an­geb­lich schon ei­ne gan­ze Rei­he von In­ter­es­sen­ten. Nicht aus­zu­schlie­ßen, dass das Grund­stück in die Pla­nung des be­nach­bar­ten Bel­sen­parks ein­be­zo­gen wird. Be­den­ken der Bür­ger­initia­ti­ve Oberkassel, die den Bel­sen­park ver­hin­dern will, dass neue Ver­kehrs­strö­me das Vier­tel be­las­ten, will man in Rhein­bahn-Krei­sen ent­kräf­ten: Auf dem Ge­län­de wür­den kei­ne zu­sätz­li­chen Lä­den ent­ste­hen. Das las­se der Be­bau­ungs­plan nicht zu. Aber Woh­nun­gen könn­ten ge­baut wer­den, mög­li­cher­wei­se auch noch wei­te­re Bü­ros. We­gen der di­rek­ten An­bin­dung an die Han­saal­lee sei das un­pro­ble­ma­tisch.

Of­fen ist noch, wie die Po­li­tik das Pro­jekt be­han­delt. Von Sei­ten der FDP wur­de Zu­stim­mung si­gna­li­siert: Ei­ne Idee, die Sinn ma­che, hieß es.

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