Be­hin­der­ten­ge­rech­te Oper er­neut de­bat­tiert

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF - VON DENISA RICH­TERS

Wie der Bau­aus­schuss hat ges­tern auch der Haupt-und Fi­nanz­aus­schuss dem an­ste­hen­den zwei­ten Sa­nie­rungs­schritt in der Deut­schen Oper am Rhein für knapp 1,9 Mil­lio­nen Eu­ro zu­ge­stimmt. Al­ler­dings mit Be­din­gun­gen.

Die Dis­kus­si­on ent­brann­te an ei­ner Emp­feh­lung des Run­den Tischs „Bau­en“, zu­sätz­li­che Plät­ze für mo­bi­li­täts­ein­ge­schränk­te Be­su­cher so­wie ei­ne in­duk­ti­ve Hör­an­la­ge ein­zu­rich­ten. Für Em­pö­rung sorg­te da­bei ein Satz in der Vor­la­ge: „Der Vor­stand der Oper sieht da­zu kei­ne Not­wen­dig­keit und lehnt die Emp­feh­lun­gen aus wirt­schaft­li­chen Grün­den ab“, heißt es dort. „Wie das for­mu­liert ist, ist es ein Skan­dal“, sag­te Pe­ter Knäp­per (SPD). Sei­ne Frak­ti­ons­kol­le­gin Wall­bur­ga Ben­ninghaus rech­ne­te vor, dass ei­ne ent­spre­chen­de Hör­an­la­ge ei­ne In­ves­ti­ti­on von ge­ra­de mal 15000 Eu­ro be­deu­te. „Und im Üb­ri­gen ist ein be­hin­der­ten­ge­rech­ter Um­bau kei­ne Frei­wil­lig­keit, son­dern Pflicht.“

Fried­rich G. Con­zen, CDU-Frak­ti­ons­chef und Vor­sit­zen­der des Kul- tur­aus­schus­ses, räum­te eben­so wie Kul­tur­de­zer­nent Hans-Georg Lo­he ein, dass die For­mu­lie­rung un­glück­lich sei. Bei den vier be­ste­hen­den be­hin­der­ten­ge­rech­ten Plät­zen sei es aber erst ein­mal zu ei­nem Eng­pass ge­kom­men, und in Duis­burg, wo ei­ne Hör­an­la­ge be­reits im Ein­satz sei, wer­de die­se nicht nach­ge­fragt. Das rief wie­der­um den li­be­ra­len Bünd­nis­part­ner auf den Plan: „An­ge­bot stei­gert die Nach­fra­ge“, be­ton­te Ma­rieAg­nes Strack-Zim­mer­mann (FDP). „Wenn die Oper be­hin­der­ten­ge­rech­ter ist, wer­den auch mehr be­hin­der­te Be­su­cher kom­men.“ Dem pflich­te­te FDP-Frak­ti­ons­chef Man­fred Neu­en­haus bei: „Wir möch­ten, dass vie­le Men­schen mit Be­hin­de­rung in die Oper kom­men, schließ­lich ist es ein voll sub­ven­tio­nier­ter Be­trieb.“

Ober­bür­ger­meis­ter Dirk El­bers (CDU) mach­te schließ­lich ei­nen Vor­schlag zur Gü­te: Es sol­le ge­prüft wer­den, ob der Ein­satz in­duk­ti­ver Hör­ge­rä­te und wei­te­re als die bis­her vier be­hin­der­ten­ge­rech­te Plät­ze mög­lich sei­en. Da­mit er­klär­ten sich schließ­lich al­le Sei­ten ein­ver­stan­den.

„Wir wol­len, dass vie­le

Men­schen mit Be­hin­de­rung kom­men“

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