Re­gie­rung oh­ne Er­klä­rung

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - STIMME DES WESTENS - VON SVEN GÖS­MANN

Es ist ru­hig ge­wor­den um die rot-grü­ne Min­der­heits­re­gie­rung in NRW. Das Som­mer­thea­ter be­stritt die christ­de­mo­kra­ti­sche Op­po­si­ti­on mit ih­rem Du­ell­chen zwi­schen Rött­gen und La­schet um den CDU-Lan­des­vor­sitz. Von Mi­nis­ter­prä­si­den­tin Han­ne­lo­re Kraft war nur zu hö­ren, dass sie sich in ih­rem Ur­laub im Sau­er­land gut er­holt ha­be.

Da wä­re die ers­te Re­gie­rungs­er­klä­rung Krafts Chan­ce auf ein ful­mi­nan­tes Come­back in der Are­na ge­we­sen. Doch die­ses Ziel ver­fehl­te sie mit ei­ner läng­li­chen Auf­be­rei­tung al­ter Wahl­kampf­re­den. Kraft er­wies sich al­len­falls als ge­leh­ri­ge En­ke­lin Helmut Schmidts. Wer Vi­sio­nen hat oder sich wünscht, muss al­so wei­ter zum Arzt ge­hen und nicht in den Land­tag. Ih­re Schul­den­po­li­tik recht­fer­tig­te Kraft mit dem Hin­weis auf un­ge­wis­se Ren­di­ten in der Zu­kunft, falls ih­re Po­li­tik denn Früch­te trägt. In der Schul­po­li­tik blieb sie va­ge, um sich al­le Op­tio­nen zu er­hal­ten. Han­ne­lo­re Kraft fand kei­ne Wor­te, um die Bür­ger für ih­re Po­li­tik ein­zu­neh­men. Wohl auch, weil Rot-Grün Plus sich bis­her nur in der Ab­leh­nung des Ge­we­se­nen ei­nig ist, al­so der Po­li­tik der schwarz-gel­ben Vor­gän­ger­re­gie­rung. Krafts Ko­ali­ti­on fehlt die Mehr­heit und da­mit, so der ges­tern ver­mit­tel­te Ein­druck, das kon­struk­ti­ve Ele­ment. So aber wird Kraft ei­ne Art Ober-Re­gie­rungs­prä­si­den­tin für NRW wer­den.

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