CDU: Ho­he Ab­trei­bungs­zahl nicht hin­nehm­bar

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - POLITIK -

BERLIN (hko/may-) Die bei­den CDUOr­ga­ni­sa­tio­nen Se­nio­ren-Uni­on und Jun­ge Uni­on ha­ben in ei­ner ge­mein­sa­men Er­klä­rung die ho­hen Ab­trei­bungs­zah­len in Deutsch­land kri­ti­siert und ih­re ei­ge­ne Par­tei dar­an er­in­nert, dass sich aus dem „C“ des Par­tei­na­mens ei­ne „be­son­de­re Ver­pflich­tung“ er­ge­be. In ei­nem „ge­ne­ra­tio­nen­über­grei­fen­den Be­kennt­nis“ er­klär­ten die bei­den Bun­des­vor­sit­zen­den Ot­to Wul­ff und Phil­ipp Miß­fel­der: „An­ge­sichts von rund 1000 noch nicht ge­bo­re- nen Kin­dern, die je­den Tag in Deutsch­land durch Ab­trei­bung ge­tö­tet wer­den, se­hen Jun­ge Uni­on und Se­nio­ren-Uni­on für die Po­li­tik gro­ßen Hand­lungs­be­darf.“

Wie Miß­fel­der er­läu­ter­te, ha­ben sie die in der of­fi­zi­el­len Sta­tis­tik er­fass­ten 110 000 Ab­trei­bun­gen in Deutsch­land auf Werk­ta­ge her­un­ter­ge­rech­net und ei­ne Dun­kel­zif­fer hin­zu­ge­fügt, wie sie auch vom Sta­tis­ti­schen Bun­des­amt und dem Bun­des­in­sti­tut für Be­völ­ke­rungs­for­schung an­ge­ge­ben wer­de. Miß- fel­der: „Die Po­li­tik muss sich mehr an­stren­gen, da­mit Deutsch­land nicht nur ein rei­ches Land ist, son­dern auch ein kin­der­rei­ches Land wird.“ Jun­ge Frau­en dürf­ten sich nicht al­lein ge­las­sen füh­len.

SPD-Vi­ze Ma­nue­la Schwe­sig nann­te es im Ge­spräch mit un­se­rer Zei­tung „ver­werf­lich“, dass „kon­ser­va­ti­ve Kräf­te“ wie Wul­ff und Miß­fel­der „mit fal­schen Zah­len jon­glie­ren“. In Deutsch­land ge­be es 300 Ab­trei­bun­gen pro Tag und nicht 1000. Die Äu­ße­run­gen „die­ser Her­ren“ sei­en „ein Schlag ins Ge­sicht je­der Frau, die sich trotz um­fas­sen­der Be­ra­tung au­ßer­stan­de sieht, das Kind zu be­kom­men“. Sie wis­se aus Ge­sprä­chen mit Frau­en, die un­ge­wollt schwan­ger ge­wor­den sei­en, „dass sich die­se Frau­en die Pil­le nicht leis­ten konn­ten“. Wul­ff und Miß­fel­der soll­ten ihr En­ga­ge­ment dar­auf rich­ten, „dass die Bun­des­re­gie­rung ih­re fa­mi­li­en­feind­li­che Po­li­tik be­en­det und für ein kin­der­freund­li­ches Kli­ma sorgt“, be­ton­te Schwe­sig.

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