Schäu­b­le macht Druck auf die Lan­des­ban­ken

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - WIRTSCHAFT -

BERLIN (rtr) Der Bund star­tet ei­nen neu­en An­lauf zum Um­bau der Lan­des­ban­ken. Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter Wolf­gang Schäu­b­le wer­de „sich ver­stärkt der Lö­sung die­ser Pro­ble­ma­tik an­neh­men“, sag­te ein Spre­cher des Mi­nis­ters. Die ver­schärf­ten Ei­gen­ka­pi­tal­re­geln un­ter „Ba­sel III“ er­höh­ten den Hand­lungs­be­darf. In der Dis­kus­si­on sei­en al­le For­men von Fu­sio­nen zwi­schen Lan­des­ban­ken oder mit Spar­kas­sen, sag­te der Spre­cher. NRW stell­te sich hin­ter Schäu­b­le. „Wenn nicht jetzt, wann dann“, sag­te Fi­nanz­mi­nis­ter Nor­bert Wal­ter-Bor­jans. Un­ter den Lan­des­ban­ken wa­ren die Re­ak­tio­nen aber eher ge­las­sen: „Berlin macht Druck in Rich­tung Kon­so­li­die­rung. Der Aus­lö­ser könn­te ein Ver­kauf der Wes­tLB sein“, sag­te ein hoch­ran­gi­ger Ban­ker. „Von den Mi­nis­ter­prä­si­den­ten ist aber nicht viel zu er­war­ten, die wol­len den Sta­tus quo meist bei­be­hal­ten.“

Dem Bund fehlt ein Druck­mit­tel. Vie­le Län­der wol­len als Mit-Ei­gen- tü­mer der öf­fent­lich-recht­li­chen In­sti­tu­te nicht die Macht über ih­re lan­des­ei­ge­ne Bank auf­ge­ben. „Es gibt ei­nen star­ken Wil­len des Bun­des, dass der Kon­so­li­die­rungs­pro­zess be­schleu­nigt wird, aber die Bun­des­re­gie­rung kann da­zu nur we­nig tun“, räum­te ein Re­gie­rungs­ver­tre­ter ein. „Es ist de­fi­ni­tiv ei­ne Sa­che der Län­der.“

Die Bun­des­re­gie­rung for­dert seit Jah­ren ei­ne Kon­so­li­die­rung der Bran­che. Auch Schäu­bles Vor­gän­ger Peer St­ein­brück (SPD) hat­te dar­auf ge­drun­gen. Lan­des­ban­ken wie LBBW, Bay­ernLB, Wes­tLB und HSH Nord­bank muss­ten mit Mil­li­ar­den Steu­er­gel­dern ge­ret­tet wer­den. Im Ge­gen­zug hat­te der Bund den Län­dern ers­te Kon­so­li­die­rungs­schrit­te bis Jah­res­en­de ab­ge­run­gen. Aber nur die Wes­tLB nutz­te die Mög­lich­keit ei­ner „Bad Bank“. Das In­sti­tut soll nach EU-Auf­la­gen bis En­de 2011 ver­kauft wer­den. Ei­ne ers­te An­zei­ge muss bis En­de Sep­tem­ber ge­schal­tet wer­den.

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