Ma­gath: Das Der­by kommt zur rich­ti­gen Zeit

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - SPORT - VON FRIED­HELM KÖRNER

DÜSSELDORF Es mu­tet fast schon wie ab­sur­des Thea­ter an, was in die­sen Ta­gen beim FC Schal­ke ge­schieht. Der mi­se­ra­ble Fehl­start in der Bun­des­li­ga mit drei Nie­der­la­gen hin­ter­ein­an­der hat längst die Er­in­ne­rung dar­an ge­weckt, dass für die Gel­sen­kir­che­ner die Sai­son 1987/88 eben­falls mit drei Miss­er­fol­gen be­gann und der Klub am En­de ab­stieg. Skur­ril wirkt der Ver­gleich, weil heu­te in Fe­lix Ma­gath ein Meis­ter­coach die Mann­schaft be­treut. Ei­ner der pro­fi­lier­tes­ten deut­schen Trai­ner, mit dem man ein­fach nicht das Wort „Ab­stieg“ in Ver­bin­dung brin­gen mag, der den Ver­ein sen­sa­tio­nell zur Vi­ze­meis­ter­schaft und in die Cham­pi­ons Le­ague ge­führt hat. Ge­ra­de­zu aber­wit­zig ist die Vor­stel­lung, dass der Ma­na­ger und Vor­stand Ma­gath bei an­hal­ten­der Kri­se sich ge­zwun­gen se­hen könn­te, den Trai­ner Ma­gath zu ent­las­sen.

Die 0:1-Nie­der­la­ge bei Olym­pi­que Lyon zum Auf­takt der Kö­nigs­klas­se hat die Kri­se, in die Schal­ke hin­ein­ge­schlit­tert ist, wei­ter ver­schärft. Wenn am Sonn­tag in der Are­na auch noch das Li­gader­by ge­gen den Erz­ri­va­len aus Dort­mund ver­lo­ren wird, nimmt die Start­bi­lanz so­gar Zü­ge ei­nes ers­ten sport­li­chen Zwi­schen-GAUs an. Die vier­te Nie­der­la­ge in Se­rie se­he er „nicht so tra­gisch“, un­ter­strich Ma­gath. „Es war das Spiel, das wir am ehes­ten ver­lie­ren konn­ten. Des­halb ist ei- gent­lich nichts pas­siert“, sag­te er. „Wir ha­ben uns gut ver­kauft ge­gen den Fa­vo­ri­ten der Grup­pe. Es ist ein gu­tes Er­geb­nis, da­mit kann ich gut le­ben. Ich bin durch­aus op­ti­mis­tisch für die Bun­des­li­ga.“ Ma­gath will nichts da­von wis­sen, dass das Gast­spiel des Re­vier­nach­barn zum un­güns­tigs­ten Zeit­punkt kom­men könn­te: „Ge­gen Dort­mund müs­sen wir bei je­dem Spiel so­wie­so im­mer ge­win­nen. Des­halb kommt das Der­by zur rich­ti­gen Zeit.“

Mit dem Ver­kauf de­fen­si­ver Spie­ler wie Mar­ce­lo Bor­don, Hei­ko Wes­ter­mann und Ra­fin­ha ist beim FC Schal­ke aus dem Prunk­stück Ab­wehr die gro­ße Schwach­stel­le ge­wor­den. In Lyon muss­te Chris­toph Mo­ritz auf der für ihn un­ge­wohn­ten Po­si­ti­on des rech­ten Au­ßen­ver­tei­di­gers spie­len. Ihm un­ter­lief ein Rück­spiel­feh­ler, den die Gast­ge­ber zum Sieg­tor (Mi­chel Bas­tos) nutz­ten. Ma­nu­el Neu­er nahm Mo­ritz in Schutz. Es wä­re un­fair, den 24-Jäh­ri­gen als Sün­den­bock hin­zu­stel­len, sag­te der Ka­pi­tän.

In das trau­ri­ge All­ge­mein­bild, das die Schal­ker Hin­ter­mann­schaft ge­gen­wär­tig ab­gibt, pass­te der Platz­ver­weis für Be­ne­dikt Hö­we­des schon in der 38. Mi­nu­te we­gen gro­ben Foul­spiels, wenn­gleich die Ro­te Kar­te – wie von den Schal­kern kri­ti­siert – reich­lich über­zo­gen schien. Es war be­reits der zwei­te Feld­ver­weis für den Ver­tei­di­ger in die­ser Sai­son nach Gelb-Rot zum Bun­des­li­ga-Auf­takt beim Ham­bur­ger SV.

FO­TO: DPA

Noch kein Pflicht­spiel­sieg mit Schal­ke in die­ser Sai­son: Fe­lix Ma­gath.

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