München for­dert Kon­se­quen­zen

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - SPORT -

MÜNCHEN (sid) Der FC Bay­ern München ist er­schüt­tert. „Völ­lig aus der Luft ge­grif­fen“, sei­en die Vor­wür­fe, man ha­be im Mai 2008 das Halb­fi­nal-Rück­spiel im Ue­fa-Cup bei Ze­nit St. Pe­ters­burg (0:4) an die Rus­sen-Ma­fia ver­kauft. Die im Ok­to­ber 2008 pu­blik ge­wor­de­ne Sa­che ver­lief aus Man­gel an Be­wei­sen im San­de. Der ei­gent­li­che Skan­dal be­trifft of­fen­bar die Eu­ro­päi­schen Fuß­ball-Uni­on (Ue­fa). In Per­son ih­res Che­f­er­mitt­lers Pe­ter Li­ma­cher saß sie nach Re­cher­chen des Ma­ga­zins „Stern“ bei den Un­ter­su­chun­gen ei­nem Hoch­stap­ler auf. „Die Vor­gän­ge sind un­ge­heu­er­lich und müs­sen mit al­ler Här­te sank­tio­niert wer­den“, teil­ten die Münch­ner mit und for­der­ten Ue­fa-Prä­si­dent Mi­chel Pla­ti­ni auf, „so­for­ti­ge per­so­nel­le Kon­se­quen­zen be­züg­lich der Ue­fa-Mit­ar­bei­ter Pe­ter Li­ma­cher und Ro­bin Bok­sic“ zu zie­hen.

Ge­gen Li­ma­cher und Bok­sic (32) stell­te der Klub Straf­an­zei­ge bei der Münch­ner Staats­an­walt­schaft. Der Kroa­te ge­hört zum Um­feld der Brü- der S., die in Deutsch­land als Draht­zie­her im Schieds­rich­ter-Skan­dal um Ro­bert Hoy­zer be­kannt wur­den. Bok­sic, der sich auch als Agent des Bun­des­nach­rich­ten­diens­tes (BND) aus­gibt, wird von Li­ma­cher als „Ue­fa-In­ves­ti­ga­tor“ be­schäf­tigt und als „ab­so­lut si­che­re Qu­el­le“ be­zeich­net. Laut „Stern“ schick­te Li­ma­cher sei­nen „bes­ten Mann“ auch zur WM. Dort er­zähl­te er dem Welt­ver­band (Fi­fa), meh­re­re Na­tio- nal­teams sei­en be­sto­chen, ver­wi­ckel­te sich da­bei in Wi­der­sprü­che. Die Fi­fa-Si­cher­heits­leu­te iden­ti­fi­zier­ten ihn schnell als Hoch­stap­ler.

Li­ma­cher und Bok­sic sol­len be­haup­te­te ha­ben, es ge­be ge­richts­fes­te Be­le­ge für die Käuf­lich­keit des FC Bay­ern. Der Ue­fa lä­gen Aus­zü­ge mit Sum­men in acht­stel­li­ger Hö­he auf ei­nem Bay­ern-Kon­to vor. Es ha­be Haus­durch­su­chun­gen bei Uli Ho­en­eß, Fi­nanz­vor­stand Karl Hopf­ner und ei­nem Bay­ern-Pro­fi ge­ge­ben. In des­sen Woh­nung ha­be man ne­ben ei­ner Mil­li­on US-Dol­lar auch Ko­ka­in ge­fun­den. Dies, so Li­ma­cher, ha­be er al­les nie ge­sagt. Laut „Stern“ ist sei­ne ein­zi­ge Qu­el­le Bok­sic - ein Klein­kri­mi­nel­ler aus dem Wett­mi­lieu, ge­gen den in Kroa­ti­en und Deutsch­land ei­ni­ge An­zei­gen we­gen Be­trugs an­hän­gig sind.

Die Ue­fa zeig­te sich in ei­nem Brief an Bay­ern-Chef Karl-Heinz Rum­me­nig­ge scho­ckiert über die Re­ak­ti­on. Man ha­be den Klub nie als schul­dig an­ge­se­hen. Li­ma­cher ge­nie­ße vol­les Ver­trau­en.

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