Rie­sen­loch für die U-Bahn

In der Tie­fe der Tucht­in­sel le­gen Bau­ar­bei­ter den Bo­den für die Roll­trep­pen­an­la­ge des künf­ti­gen un­ter­ir­di­schen Bahn­hofs an. Die Stadt hat ei­ne Web­cam zur Be­ob­ach­tung der Bau­stel­le in­stal­liert.

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF - VON MICHAEL BROCKERHOFF

Der Blick in die tie­fe Bau­gru­be auf der Tucht­in­sel zwi­schen Ber­li­ner Al­lee und Tau­send­füß­ler ist zu­gleich ein Blick in die Zu­kunft. Pas­san­ten kön­nen sich an­schau­en, wie der Bo­den für die Roll­trep­pen-Auf­gän­ge des U-Bahn-Hal­te­punk­tes Scha­dow­stra­ße ent­steht, und sich vor­stel­len, wie groß ein­mal die Zu­gän­ge zur Bahn­steig-Ebe­ne sein wer­den. Zur­zeit wer­den die Mo­nie­rei­sen für die di­cke Be­ton­de­cke ver­legt. Spä­ter wird dann die Be­ton­de­cke ge­gos­sen. Wer sich den Bau­fort­schritt auch oh­ne di­rek­ten Be­such an­schau­en will, hat ab so­fort die Mög­lich­keit, die Bil­der ei­ner von der Stadt in­stal­lier­ten Web­cam im In­ter­net ab­zu­ru­fen (sie­he Info).

Noch ei­ni­ge Wo­chen lang wer­den Ve­rän­de­run­gen an der Bau­stel­le zu ver­fol­gen sein. Wenn die Roll­trep-

„Der Bau gleicht ei­nem rie­si­gen

Puz­zle­spiel“

pen-De­cke be­to­niert ist, wird die Bau­gru­be Rich­tung Tau­send­füß­ler ver­grö­ßert. Es wer­den dann die Zu­gän­ge von der Ober­flä­che zu der Ver­tei­le­r­e­be­ne des U-Bahn-Bahn­hofs ge­baut. Von die­ser Ebe­ne führt die Roll­trep­pe, die jetzt be­to­niert wird, zum Bahn­steig (sie­he Skiz­ze).

Für die Er­wei­te­rung der Bau­stel­le wer­den auch die Glei­se der Li­nie 701 an die­ser Stel­le her­aus­ge­ris­sen. „Ab 25. Ok­to­ber fah­ren die Bah­nen die­ser Li­nie ei­ne Um­lei­tung, bie­gen von der Hal­te­stel­le Ber­li­ner Al­lee links Rich­tung GrafAdolf-Platz und dann rechts in die Brei­te Stra­ße ab und ge­lan­gen auf die­ser Rou­te zum Jan-Wel­le­mPlatz“, er­klärt Rhein­bahn­spre­cher Georg Schu­ma­cher.

Ne­ben die­ser of­fe­nen Gru­be wird fast un­sicht­bar un­ter­ir­disch im Schutz der be­reits an­ge­brach­ten Schlitz­wän­de ge­ar­bei­tet. „Der Bau gleicht ei­nem rie­si­gen Puz­zle­spiel, weil Bau­ab­schnit­te ver­schie­de­ner Pro­jek­te be­rück­sich­tigt wer­den“, sagt Andrea Blo­me, Lei­te­rin des Am­tes für Ver­kehrs­ma­nage­ment. Zu­erst frisst die Tu­bo­ri­ne, die ab März 2011 vom Cor­ne­li­us­platz aus star­tet, den Schacht für die U-Bahn-Tras­se. Sie muss ge­nau zwi­schen den Schlitz­wän­den für den mehr­stö­cki­gen U-Bahn-Hal­te­punkt durch­fah­ren. Ei­ni­ge der Tüb­bing ge­nann­ten Be­ton­rin­ge wür­den dann im Be­reich des Bahn­hofs wie­der ent­fernt, da­mit der Bahn­steig zu­gäng­lich ist.

Aber auch der Au­to­tun­nel des Pro­jekts Kö-Bo­gen muss noch in die Ebe­nen des Bahn­hofs ein­ge­passt wer­den. Ge­gra­ben wird im Schutz des De­ckels, der auf der Scha­dow­stra­ße be­reits liegt. Die Fahr­bah­nen aus süd­li­cher Rich­tung ver­lau­fen zwi­schen Stra­ßen­ober­flä­che und De­cke des Bahn­steigs. „Der Tun­nel ver­zweigt sich dann, ein Ast geht Rich­tung Kö-Bo­gen zur El­ber­fel­der Stra­ße, ein an­de­rer ge­ra­de­aus Rich­tung Ra­tin­ger Tor und be­kommt ei­nen An­schluss an die Tief­ga­ra­ge des Schau­spiel­hau­ses“, so Blo­me. Der Be­ginn die­ser Ar­bei­ten sei für Mit­te 2011 vor­ge­se­hen. Für den Tun­nel aus Rich­tung Nor­den, der nach Ab­riss des Tau­send­füß­lers ab 2012 ge­baut wer­den soll, ist eben­falls zwi­schen U-Bahn-Röh­re und den obe­ren Zu­gän­gen zum Bahn­hof Platz vor­ge­se­hen.

RP-FO­TO: THO­MAS BUSSKAMP

Auf der Tucht­in­sel wird die Roll­trep­pen-An­la­ge für die U-Bahn-Sta­ti­on an­ge­legt. Zu er­ken­nen ist die Schrä­ge in die Tie­fe ne­ben ei­nem künf­ti­gen Auf­zugs­turm (Vier­eck am lin­ken Rand der Gru­be).

Die Skiz­ze zeigt ei­nen sche­ma­ti­schen Schnitt der ge­plan­ten und mit­ein­an­der kom­bi­nier­ten Bau­wer­ke für U-Bahn und Au­tos.

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