Bi­schof Wo­el­ki: JVA per­so­nell gut aus­stat­ten

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF -

(bro) Bei ei­nem Be­such der Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt (JVA) „Ul­mer Höh“ wur­de der Köl­ner Weih­bi­schof Rai­ner Wo­el­ki mit gro­ßen Sor­gen der Be­am­ten kon­fron­tiert. „In mei­nen Ge­sprä­chen wur­den schwer­wie­gen­de Be­fürch­tun­gen deut­lich, dass die Voll­zugs­be­am­ten in der neu­en Jus­tiz­voll­zugs­an­stalt in Ra­tin­gen und auch in der Um­zugs­pha­se zu we­nig Zeit ha­ben, sich um die Straf­ge­fan­ge­nen aus­rei­chend zu küm­mern“, be­rich­te­te der Weih­bi­schof, der für die Re­gi­on Düsseldorf zu­stän­dig ist.

So sei­en in der neu­en JVA et­wa zehn Pro­zent we­ni­ger Stel­len ge­plant, als für das Mi­ni­mum an ei­ner not­wen­di­gen Be­treu­ung an­ge­se­hen wer­den. Noch schwie­ri­ger sei die La­ge wäh­rend der Um­zugs­mo­na­te, „weil Be­am­te aus dem nor­ma­len Di­enst in der Ul­mer Höh’ ab­ge­zo­gen wer­den sol­len, um die neue An­stalt ein­zu­rich­ten“, be­rich­te­te Wo­el­ki.

Aus Sicht der ka­tho­li­schen Kir­che sei das pro­ble­ma­tisch. „Men­schen sind zwar schul­dig ge­wor­den, aber ih­nen muss trotz­dem ge­hol­fen wer­den, wie­der ei­nen Platz in der Ge­sell­schaft zu fin­den“, sag­te Wo­el­ki. Des­halb müss­ten Haft­an­stal­ten per­so­nell gut aus­ge­stat­tet sein. Aus die­sem Grund en­ga­gie­re sich die Kir­che auch für Straf­ge­fan­ge­ne. So ar­bei­te­ten für die Düs­sel­dor­fer JVA zwei Ge­fäng­nis­seel­sor­ger und zwei So­zi­al­ar­bei­te­rin­nen.

Um ei­ne Wie­der­ein­glie­de­rung zu er­mög­li­chen, müs­se in Aus­bil­dung, in Schul­den­be­ra­tung und auch in psy­cho­lo­gi­sche Hil­fe der Straf­ge­fan­ge­nen in­ves­tiert wer­den. „Aber für sol­che Un­ter­stüt­zung se­hen sich die Be­am­ten im­mer we­ni­ger in der La­ge, weil ih­nen die Zeit feh­le“, so Wo­el­ki. Es sei kaum mehr mög­lich, Be­zie­hun­gen zu den In­sas­sen her­zu­stel­len. „Aber die sind nö­tig, wenn man an die Ge­fan­ge­nen her­an­kom­men will.“ Man­che fühl­ten sich durch die Ab­leh­nung in der Ge­sell­schaft als Ab­schaum, be­rich­tet Wo­el­ki von Ge­sprä­chen.

Ein gro­ßes Pro­blem sei­en die Dro­gen­de­lik­te. „Es wer­den im Grun­de kran­ke Men­schen ein­ge­sperrt“, meint Wo­el­ki. Sie brauch­ten Un­ter­stüt­zung, um ih­re Sucht in den Griff zu be­kom­men.

RP-ARCHIVFOTO: ESSER

Weih­bi­schof Rai­ner die Ul­mer Höh’

Wo­el­ki

be­such­te

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