Das Kla­vier aus Ari­zo­na steht jetzt in der Carl­stadt

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF -

(go) Wenn zum Ate­lier­fest lädt, fin­det sich stets ei­ne il­lus­tre Mi­schung aus Künst­lern, Mu­si­kern und Weg­ge­fähr­ten ein. Die sin­nen­fro­he Ma­le­rin, de­ren Wer­ke aus­schließ­lich un­ter frei­em Him­mel und zu­meist an ent­le­ge­nen Schau­plät­zen ent­ste­hen, ist ei­ne be­gab­te Men­schen­samm­le­rin. Bei der Ein­la­dung zu ih­rem 60. Ge­burts­tag er­klom­men über 100 Gäs­te die stei­len Stie­gen in der Bil­ker Stra­ße, ge­spannt auf die an­ge­kün­dig­te Über­ra­schung. Das schöns­te Ge­schenk mach­te sich Ul­ri­ke Ar­nold sel­ber – un­ter wei­ßem Tuch ent­hüll­te sie ihr „Wüs­ten-Kla­vier“. Sei­ne aben­teu­er­li­che Ge­schich­te: Ein me­xi­ka­ni­scher Nach­bar in Ari­zo­na, wo die Künst­le­rin das hal­be Jahr über lebt, be­schloss weg­zu­zie­hen und der eins­ti­gen Leh­re­rin für Mu­sik und Kunst das Kla­vier sei­ner Groß­mut­ter zu hin­ter­las­sen. „Was soll das, ich bin nur zum Ma­len hier“, war ih­re ers­te Re­ak­ti­on, zu­mal das al­te Ding reich­lich ma­ro­de aus­sah. Doch als sie die In­schrift „St­ein­way & Sons New York“ las, gin­gen ihr die Au­gen über. „Ich schick­te Fo­tos an die Fir­ma“, er­zählt sie. „Das Kla­vier stamm­te von 1899. Das fand ich so un­glaub­lich, dass ich es un­be­dingt nach Deutsch­land ho­len woll­te – zu mei­nem Ge­burts­tag.“ Ein kom­pli­zier­tes Un­ter­fan­gen. Erst der Trans­port über die Wüs­ten-Bu­ckel­pis­ten, dann die Ver­schif­fung vom hur­rikan­ge­plag­ten Hous­ton nach Ham­burg. Ihr Düs­sel­dor­fer Nach­bar und Freund half ihr da­bei, die Mög­lich­keit ei­ner Re­stau­rie­rung zu fin­den. Die Pre­mie­re über­ließ Ul­ri­ke Ar­nold dem Mu­si­ker der ge­mein­sam mit Beck­mann spiel­te.

RP-FO­TO: GOLDLÜCKE

Ul­ri­ke Ar­nold und Tho­mas Beck­mann mit dem Kla­vier

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