Ver­liebt in ei­nen Pop­star

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - KINO - VON AL­BERT BAER

Es funkt so­fort, als sich Li­la (An­na Fischer) und Chriz (Kost­ja Ull­mann) im bo­ta­ni­schen Gar­ten von Berlin be­geg­nen. Die an­ge­hen­de Abitu­ri­en­tin ist ge­ra­de von ei­nem ein­jäh­ri­gen Aus­lands­auf­ent­halt in den Staa­ten zu­rück­ge­kehrt und weiß nicht, dass der sü­ße Typ ein Pop­star ist, der vor al­lem sei­ne weib­li­chen Fans zum Krei­schen bringt. Und der Lead­sän­ger ei­ner ge­ra­de an­ge­sag­ten Te­e­nie-Rock­band ge­nießt es, dass es end­lich ein Mäd­chen zu ge­ben scheint, das ihn nicht nur toll fin­det, weil er be­rühmt ist.

Das ers­te Da­te fin­det bei ei­ner Damp­f­er­fahrt auf der Spree statt, da ah­nen die Frisch­ver­lieb­ten noch nicht, dass sich aus ih­rer Be­zie­hung ein klei­nes Ro­man­tik­dra­ma an­bah­nen wird. Denn schon bald hef­ten sich hart­nä­cki­ge Pa­pa­raz­zi an Li­las Fer­sen, und der ehr­gei­zi­ge Band­ma­na­ger (Ro­man Kniz­ka) winkt mit dem Ver­trag, im dem drin­steht, dass Chriz zur bes­se­ren Ver­mark­tung sei­nes Images Sing­le blei­ben muss. Zu­ge­ge­ben, das mag nach Fo­to-Lo­ve­sto­ry aus der Bra­vo klin­gen. Die ers­te gro­ße Lie­be, der fol­gen­de Bruch samt Herz­schmerz und Lie­bes­kum­mer. Doch wie Re­gis­seur Marc Ro­the­mund, des­sen Fil­mo­gra­phie so un­ter­schied­li­che Wer­ke wie die un­ge­nieß­ba­re Kla­mot­te „Har­te Jungs“ oder das preis­ge­krön­te Dra­ma „So­phie Scholl – Die letz­ten Ta­ge“ um­fasst, mit den alt­be­kann­ten Kli­schees jon­gliert und was er aus der im Prin­zip vor­her­seh­ba­ren Hand­lung macht, ent­puppt sich als wun­der­bar char­man­te Roman­ze.

Da sieht man selbst groß­zü­gig dar­über hin­weg, dass uns das Dreh­buch bis­wei­len so ste­reo­ty­pe Cha­rak­te­re wie ei­nen gut­mü­ti­gen Bo­dy­guard, die nei­di­schen blon­den Bies­ter in der Schul­klas­se oder eben­je­nen aal­glat­ten Mu­sik-Ma­na­ger auf­tischt. Oder auch dar­über, dass die gan­ze Ge­schich­te wie ei­ne Te­enager-Ver­si­on der Ro­man­tik­ko­mö­die „Not­ting Hill“ da­her­kommt, da der klein­bür­ger­li­che Kos­mos der ei­nen Haupt­fi­gur, dort die Gla­mour­welt der an­de­ren samt Lu­xus­li­mou­si­ne und Blitz­licht­ge­wit­ter. Dass der Film so gut funk­tio­niert, liegt aber vor al­lem an den er­fri­schend un­be­küm­mert wie un­ge­küns­telt agie­ren­den Haupt­dar­stel­lern. Die na­tür­li­che An­na Fischer als bur­schi­ko­se Kiez-Gö­re und der sym­pa­thi­sche Kost­ja Ull­mann als ganz nor­mal ge­blie­be­ner Rock­star, die Che­mie zwi­schen den bei­den stimmt ab dem ers­ten Blick­kon­takt im Blu­men­beet.

FO­TO: VER­LEIH

Fischer, Ull­mann

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.