Pro­ble­me ei­nes Prä­si­den­ten

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - STIMME DES WESTENS -

DV O N G R EG O R M AY N T Z as Schick­sal meint es nicht gut mit Chris­ti­an Wul­ff beim Start als Staats­ober­haupt. Sei­ne Amts­zeit stell­te er un­ter die Über­schrift der „bun­ten Re­pu­blik“, doch aus­ge­rech­net in der größ­ten In­te­gra­ti­ons­de­bat­te seit Be­ste­hen der Re­pu­blik kommt aus dem Prä­si­di­al­amt da­zu nur Schwei­gen. Das hat da­mit zu tun, dass Wul­ff sich mit je­der Äu­ße­rung für oder ge­gen Thi­lo Sar­ra­zin in ei­ne Sack­gas­se ma­nö­vriert hät­te. Denn Wul­ff ist nicht nur Mann des Wor­tes, mit dem er auf die Ge­sell­schaft ein­wir­ken kann, son­dern auch Exe­ku­tor beim Be­ru­fen und Ent­las­sen wich­tigs­ter Amts­trä­ger – al­so auch Sar­ra­zins.

Nun wird be­kannt, dass Wul­ff sich – wie er als Mi­nis­ter­prä­si­dent ger­ne hin­ter den Ku­lis­sen mit­misch­te – so stark in die in­ter­ne Re­ge­lung um Sar­ra­zin ein­ge­schal­tet hat, dass die Un­ab­hän­gig­keit der Bun­des­bank zu­min­dest in der öf­fent­li­chen Wahr­neh­mung Scha­den ge­nom­men ha­ben könn­te.

Zu al­lem Über­fluss wa­bern ob­sku­re Wahl­kampf­sto­rys aus Wul­ffs nie­der­säch­si­scher Ver­gan­gen­heit als CDU-Po­li­ti­ker hoch und hö­her. Sie ma­chen deut­lich, dass die Leh­re aus dem Rück­tritt Horst Köh­lers mög­li­cher­wei­se neu ge­schrie­ben wer­den muss. Sei­ner­zeit woll­te An­ge­la Mer­kel kei­nen Quer­ein­stei­ger mit dem Ri­si­ko des Schei­terns mehr, lie­ber ei­nen Pro­fi-Po­li­ti­ker. Doch auch der ga­ran­tiert noch kei­nen Schutz vor Pro­ble­men. Es sind nur an­de­re.

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