Du­bio­se Wahl­hil­fen in Nie­der­sach­sen

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - POLITIK - VON GREGOR MAYNTZ

BERLIN Die Staats­an­walt­schaft in Braun­schweig hat ein Er­mitt­lungs­ver­fah­ren ge­gen den Chef der Wolfs­bur­ger Stadt­wer­ke und des­sen ehe­ma­li­gen Pres­se­spre­cher ein­ge­lei­tet – und da­mit in­di­rekt auch Bun­des­prä­si­dent Chris­ti­an Wul­ff in Be­dräng­nis ge­bracht. Die bei­den Prot­ago­nis­ten im re­gio­nal hoch­ko­chen­den „Stadt­wer­keSkan­dal“ sol­len auf Rech­nung des städ­ti­schen Be­triebs CDU-Wahl­kampf ge­macht ha­ben – und zwar auch den, an des­sen er­folg­rei­chen Aus­gang Wul­ff 2003 Mi­nis­ter­prä­si­den­ten von Nie­der­sach­sen wur­de.

Ein­blick in den Skan­dal ver­mit­telt ein 13-sei­ti­ger, un­se­rer Zei­tung vor­lie­gen­der Ver­merk von Ex- Stadt­wer­ke-Spre­cher Ma­ik Nahr­stedt. Dar­in schil­dert er de­tail­liert, wie er mit ei­nem Di­enst­wa­gen CDU-Ter­mi­ne wahr­nahm und mit Stadt­wer­ke-Han­dy, Stadt­wer­keNote­book wäh­rend der von den Stadt­wer­ken be­zahl­ten Ar­beits­zeit CDU-Wahl­kampf mach­te und CDU-Fo­to­ar­bei­ten über die Stadt­wer­ke ab­rech­ne­te. Sein da­ma­li­ger Auf­sichts­rats­chef Mar­kus Karp ha­be da­ne­ben noch zwei wei­te­re Mit­ar­bei­ter für die Par­tei­ar­beit von den Stadt­wer­ken be­zah­len las­sen.

Re­gel­mä­ßig will sich Nahr­stedt auch mit Wul­ffs da­ma­li­gem und heu­ti­gem Spre­cher Olaf Gla­e­se­ker ge­trof­fen ha­ben. Gla­e­se­ker ver­si­chert, sich dar­an nicht er­in­nern zu kön­nen. Tat­säch­lich wird Nahr­stedt auch als eher un­schein­ba­res „Macht­schat­ten­ge­wächs“ be­schrie­ben. Das ge­naue Ge­gen­teil da­von je­doch war Karp, der 2002/2003 Wul­ffs Wahl­kampf ko­or­di­nier­te.

Der „ewi­ge Her­aus­for­de­rer“ von der CDU war auf Karp auf­merk­sam ge­wor­den, weil der es mit ei­nem mo­der­nen Wahl­kampf ge­schafft hat­te, Wolfs­burg für die CDU zu „kna­cken“. Par­tei­freun­de er­in­nern sich: „Wul­ff flog to­tal auf Karp.“

Der könn­te dem Bun­des­prä­si­den­ten nun den Ver­dacht be­sche­ren, dass sein da­ma­li­ger Wahl­sieg mit il­le­ga­ler Par­tei­en­fi­nan­zie­rung zu­stan­de ge­kom­men ist. Die CDU prüft, die Staats­an­walt­schaft er­mit­telt, und auch die Bun­des­tags­ver­wal­tung hat da­mit be­gon­nen, den Vor­wür­fen nach­zu­ge­hen.

FO­TO: AP

Alt­kanz­ler Helmut Schmidt (SPD) ist ge­gen ei­nen Par­tei­aus­schluss von Thi­lo Sar­ra­zin.

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