Edel­stahl-Werk Kre­feld wächst

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - WIRTSCHAFT - VON THO­MAS REISENER

DÜSSELDORF So pa­ra­dox es klingt: Die Ent­schei­dung von Thys­senK­rupp zur Schlie­ßung des Edel­stahl-Wer­kes in Düsseldorf-Ben­rath ist un­ter dem Strich für die meis­ten Thys­senK­rupp-Mit­ar­bei­ter ei­ne eher gu­te Nach­richt. Denn für die Ver­la­ge­rung der Edel­stahl-Ka­pa­zi­tä­ten von Düsseldorf nach Kre­feld wird Thys­senK­rupp ei­nen deut­lich drei­stel­li­gen Mil­lio­nen­be­trag in die Hand neh­men, wie un­se­re Zei­tung aus Kon­zern­krei­sen er­fuhr. Da­von ver­spricht Thys­senK­rupp sich ei­nen jähr­li­chen Er­geb­nis­bei­trag in zwei­stel­li­ger Mil­lio­nen­hö­he.

Die In­ves­ti­ti­on ist ein kla­res Be­kennt­nis des Dax-Kon­zerns zu sei­nen deut­schen Edel­stahl-Ar­beits­plät­zen, nach­dem Thys­senK­rupp den Ge­schäfts­be­reich Edel­stahl ur­sprüng­lich hat­te ver­kau­fen wol­len. Au­ßer in Ben­rath und Kre­feld be­treibt Thys­senK­rupp in Deutsch­land noch Edel­stahl­wer­ke in Bochum und Dil­len­burg.

Das welt­wei­te Edel­stahl-Ge­schäft von Thys­senK­rupp war 2008 in tief­ro­te Zah­len ge­rutscht, und Thys­senK­rupp such­te nach ei­nem Käu­fer. Man­gels ge­eig­ne­ter An­ge­bo­te ent­schied sich der Kon­zern im ver­gan­ge­nen Jahr zwar of­fi­zi­ell, das Ge­schäft auf ei­ge­ne Faust zu sa­nie­ren. An­ge­sichts der Über­ka­pa­zi­tä­ten vor al­lem we­gen der star­ken Pro­duk­ti­ons-Aus­wei­tung der chi­ne­si­schen Wett­be­wer­ber gilt der Markt aber als wei­ter­hin schwie­rig. Hin­zu kommt die ho­he Ab­hän­gig­keit der Edel­stahl-Pro­duk­ti­on vom Werk­stoff Ni­ckel, den Thys­senK­rupp zu­letzt mit kaum noch kal­ku­lier­ba­ren An­stren­gun­gen auf dem Welt­markt zu­sam­men­kau­fen muss­te. Ein wei­te­res Pro­blem sind die in Deutsch­land be­son­ders ho­hen Strom­prei­se. Trotz­dem schaff­te die Spar­te im drit­ten Quar­tal des Ge­schäfts­jah­res 2009/10 die Rück­kehr in die schwar­zen Zah­len.

In Ben­rath sind im Zu­ge der Werks­schlie­ßun­gen kei­ne Kün­di­gun­gen vor­ge­se­hen. Die 565 Mit­ar­bei­ter be­kom­men ent­we­der Jobs in Kre­feld oder an­de­re so­zi­al­ver­träg­li­che Lö­sun­gen an­ge­bo­ten. Der Be­triebs­rat, der be­reits über die Plä­ne in­for­miert ist, hat zu Ben­rath ein Stand­ort-Gut­ach­ten bei der Be­ra­tungs­ge­sell­schaft PCG in Auf­trag ge­ge­ben. Die Er­geb­nis­se sol­len in der kom­men­den Wo­che vor­ge­legt wer­den. Da­nach soll der Auf­sichts­rat die Schlie­ßung Werks ab­seg­nen.

Un­ter­des­sen gab Thys­senK­rupp be­kannt, dass der Ver­trag zum Ver­kauf der grie­chi­schen Werft­en­toch­ter HSY an den Schiff­bau­kon­zern Abu Dha­bi Mar steht.

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