EU strei­tet über Schul­den­kri­se

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - WIRTSCHAFT - VON AN­JA INGENRIETH

BRÜSSEL In Sa­chen Eu­ro-Re­form tisch­te EU-Rats­prä­si­dent Her­man van Rom­puy den Re­gie­rungs­chefs beim gest­ri­gen Gip­fel Ma­ger­kost auf. Sei­ne Ar­beits­grup­pe soll bis Ok­to­ber Maß­nah­men zur EU-Sta­bi­li­täts­po­li­tik vor­le­gen, um ein zwei­tes Grie­chen­land-De­sas­ter zu ver­hin­dern. Er trug dün­ne Zwi­schen­er­geb­nis­se vor und hol­te sich die Mah­nung ab, bis Herbst doch bit­te „ein um­fas­sen­des Pa­ket“ zu schnü­ren. Klar ist: Die von Deutsch­land ge­for­der­te Plan-In­sol­venz für hoff­nungs­los über­schul­de­te Staa­ten spielt dar­in kei­ne Rol­le.

Re­for­men, die Ver­trags­än­de­run­gen er­for­dern, sind auf die lan­ge Bank ge­scho­ben. Da­mit wächst die Ge­fahr, dass die Eu­ro-Zo­ne sich schlei­chend zur Trans­fer-Uni­on für klam­me Staa­ten mit Haupt­zahl- meis­ter Deutsch­land ent­wi­ckelt – ge­nau dies lehnt Deutsch­land ab. Hef­ti­ger Streit ist da­mit ab­seh­bar. Und wohl nicht ganz un­ab­sicht­lich wird dar­auf ver­wie­sen, dass der Eu­ro-Ret­tungs­schirm 2013 aus­läuft, wenn die EU über ih­re Fi­nanz­pla­nung bis 2020 ent­schei­den will. Das deut­sche Geld wird dann ge­braucht und als Vor­be­din­gung macht Deutsch­land beim In­sol­venz-Recht für Schul­den­sün­der Druck. Über här­te­re Sank­ti­ons­me­cha­nis­men herrscht Streit im De­tail. Ita­li­en will nicht zu­las­sen, dass zu ho­he Ge­samt­ver­schul­dung be­straft wird. Ost­eu­ro­pa will nicht, dass ho­he Neu­ver­schul­dung be­straft wird.

FO­TO: AC­TION PRESS

Re­gie­rungs­che­fin­nen auf dem EU-Gip­fel: Da­lia Gry­bau­skai­te (Li­tau­en), An­gel Mer­kel, Ive­ta Ra­di­co­va (Slo­wa­kei), Ma­ri Ki­vi­nie­mi (Finn­land) und die EU-Au­ßen­be­auf­tra­ge Ca­the­ri­ne Ash­ton (von links).

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