Kli­ma­schutz droht Mie­ten zu ver­dop­peln

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - WIRTSCHAFT -

BERLIN (hko/mar) Die Mie­ten in Deutsch­land dro­hen we­gen des Ener­gie­kon­zepts der Bun­des­re­gie­rung in den nächs­ten Jah­ren dras­tisch zu stei­gen. Ver­mie­ter müss­ten ih­re Woh­nungs­mie­ten ver­dop­peln, um die von der Re­gie­rung vor­ge­ge­be­nen Kli­ma­schutz-In­ves­ti­tio­nen fi­nan­zie­ren zu kön­nen, warn­te die Bun­des­ver­ei­ni­gung Spit­zen­ver­bän­de der Im­mo­bi­li­en­wirt­schaft (BIS). Mie­ten müss­ten im Schnitt um sechs Eu­ro pro Qua­drat­me­ter stei­gen. Auch der Ei­gen­tü­mer­ver- band Haus und Grund und der Deut­sche Mie­ter­bund warn­ten vor ho­hen Miet­stei­ge­run­gen in den nächs­ten Jah­ren. Nach den Re­gie­rungs­plä­nen soll der Im­mo­bi­li­en­be­stand bis 2050 den Null­ener­gie­Stan­dard er­fül­len. Die der­zei­ti­ge Sa­nie­rungs­quo­te von ein Pro­zent soll bis 2020 auf zwei Pro­zent des Be­stands stei­gen.

Nach ei­ner Schät­zung der BIS er­gibt sich dar­aus bis 2050 ein In­ves­ti­ti­ons­be­darf von 2,6 Bil­lio­nen Eu­ro. Die Ziel­set­zung sei aber oh­ne mas- si­ve staat­li­che För­de­rung nicht ein­mal an­nä­hernd zu er­rei­chen. Re­gie­rungs­plä­ne, das CO2-Ge­bäu­de­sa­nie­rungs­pro­gramm 2011 deut­lich zu ver­rin­gern, stün­den im Wi­der­spruch zum Ener­gie­kon­zept. Da auch Bun­des­bau­mi­nis­ter Pe­ter Ram­sau­er (CSU) spa­ren muss, sol­len die För­der­mit­tel nach bis­he­ri­gen Plä­nen 2011 auf et­wa 436 Mil­lio­nen Eu­ro hal­biert wer­den. Al­ler­dings will Ram­sau­er in den Haus­halts­be­ra­tun­gen mehr Geld für die Ge­bäu­de­sa­nie­rung durch­set­zen. Sein Saats­se­kre­tär Jan Mü­cke (FDP) for­der­te da­für drei Mil­li­ar­den Eu­ro.

„Man kann nicht auf der ei­nen Sei­te die An­for­de­run­gen an die Ener­gie­ef­fi­zi­enz von Ge­bäu­den er­hö­hen, wenn gleich­zei­tig die För­de­rung für die en­er­ge­ti­sche Ge­bäu­de­sa­nie­rung mas­siv ver­rin­gert wird“, sag­te NRW-Bau­mi­nis­ter Har­ry Voigts­ber­ger (SPD) un­se­rer Zei­tung. Ein Zwang zur Sa­nie­rung zie­he Miet­erhö­hun­gen nach sich, die die Zah­lungs­fä­hig­keit vie­ler Mie­ter über­for­dern wür­den.

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