Trai­ner van Gaal: Mül­ler ist der neue Chef

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - SPORT - VON SEBASTIAN RA­DER­MA­CHER

DÜSSELDORF Die­ses Tor könn­te be­reits ei­nes der wich­tigs­ten für den FC Bay­ern München in die­sem Jahr ge­we­sen sein. Es läuft die 79. Mi­nu­te im Spiel ge­gen AS Rom: Tho­mas Mül­ler be­kommt den Ball von Da­ni­el van Buy­ten im Straf­raum auf­ge­legt. Der Youngs­ter geht vol­les Ri­si­ko und schlenzt die Ku­gel aus halb­rech­ter Po­si­ti­on mit dem rech­ten Au­ßen­rist un­halt­bar ins lan­ge Eck. Das An­ren­nen ge­gen schwa­che Ita­lie­ner wird end­lich be­lohnt.

Nach dem mä­ßi­gen Auf­takt in der Li­ga mit nur ei­nem Sieg aus drei Spie­len und zu­letzt zwei Par­ti­en oh­ne ei­ge­nen Tref­fer soll Mül­lers Traum­tor, das den 2:0-Er­folg zum Auf­takt der Cham­pi­ons Le­ague ein- lei­te­te, der Start­schuss zu ei­ner Se­rie sein. Die Bay­ern wol­len den Schwung in die Li­ga mit­neh­men und in der Ta­bel­le nach oben kom­men. Der Sieg ge­be Ru­he und Selbst­ver­trau­en, sag­te Vor­stands­chef Karl-Heinz Rum­me­nig­ge. „Jetzt müs­sen wir in der Bun­des­li­ga so wei­ter­ma­chen. Ge­gen Köln müs­sen wir nach­le­gen.“ Mül­ler blieb nach sei­nem Tref­fer auf dem Bo­den – so, wie man es von ihm kennt. „Es muss viel zu­sam­men­pas­sen, so ein Tor zu schie­ßen. Ent­we­der geht der Rich­tung Eck­fah­ne oder voll rein“, sag­te der An­grei­fer.

Trai­ner Lou­is van Gaal sah vie­le po­si­ti­ve An­sät­ze. Der Nie­der­län­der war zu­frie­den „mit der Spiel­wei­se und der Ball­si­cher­heit“. Die­sen Geg­ner, der nur aufs Zer­stö­ren der Münch­ner An­griffs­be­mü­hun­gen aus war, müs­se man erst mal „ka­putt­spie­len“. Zu­dem „ent­hüll­te“ der Hol­län­der, dass Mül­ler, der am Mon­tag sei­nen 21. Ge­burts­tag fei­er­te, für ihn der neue Boss beim FC Bay­ern ist. „Er hat das Tor ge­macht und ge­zeigt, dass er raus will, das ha­be ich dann ge­macht. Er ist der Chef, ich bin nicht der Chef“, sag­te er zur Aus­wechs­lung des Tor­schüt­zen. Un­ter van Gaal hat Mül­ler sei­nen Platz in der Stamm­elf si­cher. „Wenn er spie­len will, spielt er. Wenn er raus will, wechs­le ich ihn aus“, sag­te der Coach.

Mit der en­ga­gier­ten Leis­tung und dem se­hens­wer­ten Tref­fer war Mül­ler wie­der ein­mal der ge­fei­er­te Bay­ern-Spie­ler. Das war in den ver­gan­ge­nen Wo­chen nicht im­mer so. Vie­le Kri­ti­ker sa­hen ihn nach der star­ken WM in ei­ner Kri­se, als es in der Li­ga zum Start nicht lief. Nach dem Spiel in Kai­sers­lau­tern (0:2), in dem er frei ste­hend ver­gab und da­bei nicht zum mit­ge­lau­fe­nen Ivica Olic quer­leg­te, rüf­fel­te so­gar van Gaal sei­nen „Chef“ öf­fent­lich: „Wir sind bei Bay­ern München, da muss man Ori­en­tie­rung ha­ben.“ Der öf­fent­li­che Druck ha­be Mül­ler nach ei­ge­ner Aus­sa­ge nicht fer­tig­ge­macht. Sein knap­per Kom­men­tar bei „Sky“: „Wenn je­mand meint, ich ste­cke in ei­ner Kri­se, soll er das ru­hig wei­ter den­ken.“

SCREENSHOT: YOUTUBE

Tho­mas Mül­ler und sein Kunst­schuss zum Münch­ner 1:0.

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