600000Euro­fürSchwei­ne­grip­pe

Die Stadt hat ver­geb­lich dar­auf ge­hofft, dass sich das Land an den Kos­ten für die Be­kämp­fung der Neu­en In­flu­en­za be­tei­li­gen wür­de. Doch mehr als An­er­ken­nung für die ge­trof­fe­nen Maß­nah­men gab es nicht.

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF - VON JÖRN TÜF­FERS

Die Stadt Düsseldorf bleibt auf den Kos­ten zur Be­kämp­fung der Schwei­ne­grip­pe sit­zen. Nach Ein­schät­zung von Ge­sund­heits­ex­per­ten dürf­te es sich um rund ei­ne Mil­li­on Eu­ro han­deln. In den Kos­ten ent­hal­ten sind aus­be­zahl­te Über­stun­den, die Fi­nan­zie­rung ein­ge­setz­ter Ho­no­rar­kräf­te und Zeit­ar­bei­ter. Au­ßer­dem Sach­kos­ten, un­ter an­de­rem für La­b­or­tests und me­di­zi­ni­sche Ma­te­ria­li­en. Die Stadt muss auch an die Uni­k­li­nik zah­len. Dort wa­ren un­ter an­de­rem die Tests bei Ver­dachts­fäl­len vor­ge­nom­men wor­den. Er­war­tun­gen der Stadt, dass sich das Land an den Kos­ten be­tei­li­gen wür­de, ha­ben sich nicht er­füllt. Es gab zwar An­er­ken­nung für die Maß­nah­men, aber eben kein Geld.

Kei­ne an­de­re Stadt hat nach Auf­tre­ten der Schwei­ne­grip­pe im Früh­jahr ver­gan­ge­nen Jah­res ei­nen so ho­hen Auf­wand be­trie­ben wie Düsseldorf. Über meh­re­re Mo­na­te wa­ren fast al­le Mit­ar­bei­ter des Ge­sund­heits­amts ein­ge­bun­den. Erst auf An­wei­sung des NRW-Ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­ums stell­te Amts­lei­ter Hei­ko Schneit­ler im Ju­li die Kon­trol­len am Flug­ha­fen ein. Als „rei­ne Pa­nik­ma­che“ hat­te auch CDU-Ge­sund­heits­ex­per­te Wolf­gang Ja­netz­ki die Maß­nah­men ge­gen das Schwei­ne­grip­pe-Vi­rus be­zeich­net. Die Stadt wies dies zu­rück. „Nie­mand hat ge­wusst, wie ge­fähr­lich das Vi­rus ist“, sag­te der Bei­ge­ord­ne­te Wil­fried Kru­se (FDP) zu Jah­res­be­ginn im zu­stän­di­gen Aus­schuss. Er sei froh, dass sich die Si­tua­ti­on nicht als so ge­fähr­lich her­aus­ge­stellt ha­be. Die Maß­nah­men des Rat­hau­ses, zu de­nen zu Be­ginn der Epi­de­mie auch die Kon­trol­le von Flug­ha­fen-Pas­sa­gie­ren und Iso­la­ti­on Er­krank­ter ge­hört ha­be, sei des­halb rich­tig ge­we­sen.

Seit Aus­bruch der Krank­heit wa­ren rund 1900 Düs­sel­dor­fer mit ge­si­cher­tem Nach­weis an der Neu­en In­flu­en­za er­krankt. Seit Be­ginn der Impf­ak­ti­on im Herbst ver­gan­gen Jah­res wa­ren rund 51 088 Impf­do­sen des Wirk­stof­fes Pan­dem­rix ve­r­impft so­wie der Impf­stoff CSL an 109 Schwan­ge­re ab­ge­ge­ben wor­den.

25 000 Impf­do­sen nicht be­nö­tigt

Die et­wa 25 000 Impf­do­sen, die bis­lang in Apo­the­ken und Arzt­pra­xen ge­la­gert wer­den, müs­sen al­ler Vor­aus­sicht nach ver­nich­tet wer­den. Sie sind noch bis zum No­vem­ber 2010 halt­bar. An­der­wei­tig ge­nutzt wer­den dür­fen sie nicht, da die Kühl­ket­te nicht un­ter­bro­chen wer­den darf. Das Land NRW hat­te für 56 Mil­lio­nen Eu­ro 7,5 Mil­lio­nen Impf­do­sen ge­kauft. Je­doch wur­den nur 1,1 Mil­lio­nen tat­säch­lich ve­r­impft.

FO­TO: AP

Im Ju­ni ver­gan­ge­nen Jah­res wur­de die Ja­pa­ni­sche Schu­le in Nie­der­kas­sel ge­schlos­sen, nach­dem Ver­dachts­fäl­le auf­ge­tre­ten wa­ren.

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