Wit­we ver­klagt Part­ner­ver­mitt­lung

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF -

(wuk) Für den Traum vom Glück war ei­ne 81-jäh­ri­ge Wit­we zu Op­fern be­reit. 3000 Eu­ro zahl­te sie im Früh­ling ei­ner Part­ner­ver­mitt­lung, um ei­nen „cha­ris­ma­ti­schen Wit­wer“ na­mens „Maximilian“ zu tref­fen, den das In­sti­tut in Kontaktanzeigen als Kan­di­da­ten an­pries. Aber statt die­ses Traum­manns wur­den der Rent­ne­rin nur „vie­le ver­gleich­ba­re Her­ren aus dem Be­stand“ der Ver­mitt­lung an­ge­bo­ten. Vor dem Amts­ge­richt klagt sie jetzt auf Rück­zah­lung ih­res Gel­des. (Az: 28 C 8116/10)

Die Be­schrei­bung vom „cha­ris­ma­ti­schen Wit­wer“ („En­de 70, 1,78 Me­ter, pro­mo­vier­ter Aka­de­mi­ker“) klang in der Kon­takt­an­zei­ge fast zu schön, um wahr zu sein: Als „ehe­ma­li­ger Welt­un­ter­neh­mer mit höchs­tem For­mat“ sei er „Ka­va­lier bes­ter Schu­le“, be­woh­ne nach dem Tod der Gat­tin ein „An­we­sen mit Per­so­nal“, sei „kul­ti­viert, äu­ßerst ver­mö­gend“, „vol­ler Ta­ten­drang“ und tra­ge „das Herz am rech­ten Fleck“. Zwar su­che er nun ei­ne Part­ne­rin, doch bit­te bei „ge­trenn­tem Woh­nen“ – mit Rück­sicht auf die Er­in­ne­rung an die eins­ti­ge Gat­tin. Die­sen Bil­der­buch-Part­ner – und an­geb­lich nur ihn – woll­te die 81-Jäh­ri­ge un­be­dingt tref­fen.

Nach drei­stün­di­gem Haus­be­such ei­ner Agen­tur-Mit­ar­bei­te­rin un­ter­schrieb die Se­nio­rin ei­nen 3000-Eu­ro-Ver­trag, trat da­von aber zwei Wo­chen spä­ter em­pört zu­rück. Weil „Maximilian“ näm­lich plötz­lich nicht mehr zur Ver­fü­gung stün­de, sei­en ihr nur an­de­re Her­ren aus dem Fun­dus der Agen­tur an­ge­bo­ten wor­den. Ihr An­walt be­haup­tet gar, dass „Maximilian“ nicht exis­tiert und nur „ei­ne Lock­vo­gelAn­non­ce“ war.

Doch die Part­ner­ver­mitt­lung pocht auf den Ver­trag mit der 81-Jäh­ri­gen. Sie sei über die Ver­trags­be­din­gun­gen or­dent­lich be­lehrt wor­den, ha­be dann erst un­ter­schrie­ben und sei zu spät vom Ver­trag zu­rück­ge­tre­ten. Und einst im Früh­ling sei sie ja auch mit der Prä­sen­ta­ti­on an­de­rer Her­ren ein­ver­stan­den ge­we­sen. Das be­strei­tet die 81-Jäh­ri­ge aber en­er­gisch. Der Rich­ter will über ih­re Kla­ge im No­vem­ber ur­tei­len.

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