Alt­stadt­herbst wür­dig er­öff­net

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF -

A uch das 20. Er­öff­nungs­kon­zert des Alt­stadt­herbsts wur­de von Ul­rich Brall und sei­ner Hun­dert­schaft von Chor­sän­gern in der Kir­che St. Andre­as be­strit­ten. Ein lieb­ge­won­ne­nes Ri­tu­al ist es schon. Zen­tra­les Werk des Abends war Mo­zarts Krö­nungs­mes­se. Ein­lei­tend ka­men zwi­schen Bachs Prä­lu­di­um und Fu­ge in Es-Dur (an der Or­gel: Mar­kus Bel­mann) mit­tel­al­ter­li­che Ge­dan­ken zum The­ma Drei­fal­tig­keit zu Ge­hör, vor­ge­tra­gen von Schü­lern mit über­zeu­gen­den Sprech­stim­men. In der Kan­ta­te „Jauch­zet Gott in al­len Lan­den“ glänz­te Sa­bi­ne Schnei­ders hel­ler So­pran zum ers­ten Mal an die­sem Abend. Das Du­ett mit der Trom­pe­te ge­lang vor­treff­lich. Auch bei Haydns 103. Sin­fo­nie „mit dem Pau­ken­wir­bel“ war der Di­ri­gent in zu­rück­hal­ten­der Lot­se, auf flinke Tem­pi be­dacht, die die Her­kunft vie­ler Me­lo­di­en aus dem Volks­tüm­li­chen nicht ver­schlei­er­ten.

Nach 90 Mi­nu­ten dann end­lich der Ein­satz der rund 50 Her­ren und 90 Da­men. Der­lei Mas­sen (die ver­ei­nig­ten Chö­re der Andre­as­kir­che, des Gör­res­gym­na­si­ums und der Ne­an­der­kir­che) an­zu­lei­ten, ist Bralls Spe­zia­li­tät. Sein in­ten­si­vier­tes Di­ri­gat führ­te zu erup­ti­ven Chor­ein­sät­zen mit ex­plo­die­ren­den Wort­an­fän­gen („K-yrie“) und zu teils ra­san­ten Tem­pi. Der Chor re­agier­te prä­zi­se und mit Em­pha­se. Wie­der er­hob Sa­bi­ne Schnei­der ih­ren So­pran auch im Pia­no­be­reich schein­bar schwe­re­los über das Orches­ter; al­le vier Ge­s­angs­so­lis­ten (au­ßer­dem Eva Vo­gel, Alt; Ju­li­an Krü­per, Te­nor; Sebastian Klein, Bass) zeig­ten gu­te Leis­tung.

Wie­der ein­mal war es ein­fach ei­ne wür­di­ge Er­öff­nung.

NOR­BERT LAU­FER

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