Ho­he Hür­den in Bus und Bahn

Be­hin­der­ten Fahr­gäs­ten der Rhein­bahn stel­len sich im öf­fent­li­chen Nah­ver­kehr teils un­über­wind­ba­re Hin­der­nis­se in den Weg. In der Sprech­stun­de ei­nes Selbst­hil­fe­ver­eins for­der­ten sie mehr Per­so­nal und wei­te­re Hoch­bahn­stei­ge.

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF - VON ANDRE­AS PANK­RATZ

Wenn Chris­tia­ne An­drée an der Hein­rich-Hei­ne-Al­lee in die U-Bahn ein­stei­gen will, hofft sie stets dar­auf, dass der ein­fah­ren­de Zug mög­lichst voll mit an­de­ren Fahr­gäs­ten ist. Denn nur dann ist der Wa­gen schwer und tief ge­nug, da­mit sie mit ih­rem Roll­stuhl pro­blem­los ein­fah­ren kann. Ist der Wa­gen leer, schafft sie es nicht selbst­stän­dig über die ho­he Tür­kan­te und braucht je­man­den, der ihr beim Ein­stei­gen hilft.

Die­ses Hin­der­nis ist nur ei­nes von vie­len, das der 47-jäh­ri­gen Schwerst­be­hin­der­ten beim Fah­ren mit Bus und Bahn täg­lich be­geg­net. Mit ih­rer Ar­beits­ge­mein­schaft der Ver­ei­ne Be­hin­der­ter und Chro­nisch kran­ker Men­schen Düsseldorf (AR­GE) setzt sich An­drée des­halb

„Es sind ei­gent­lich

im­mer die glei­chen Kla­gen“

da­für ein, dass sich die Be­din­gun­gen der Be­trof­fe­nen im öf­fent­li­chen Nah­ver­kehr ver­bes­sern. Zur gest­ri­gen Sprech­stun­de der AR­GE an der Hein­rich-Hei­ne-Al­lee ka­men Dut­zen­de, um die größ­ten Pro­ble­me zu be­nen­nen und An­re­gun­gen zu ge­ben, wie es die Rhein­bahn ih­ren schwer­be­hin­der­ten Gäs­ten ein­fa­cher ma­chen könn­te.

„Es sind ei­gent­lich im­mer die glei­chen Kla­gen“, ver­riet An­drée, die als Vor­sit­zen­de des Ver­eins ein Mal im Jahr ei­ne sol­che Sprech­stun­de aus­rich­tet. Schwie­rig­kei­ten beim Ein­stieg, feh­len­de Leit­sys­te­me für Blin­de, Fah­rer, die kei­ne Rück­sicht auf Fahr­gäs­te mit Han­di­cap neh­men. „An vie­len Hal­te­stel­len ist der Ein­stieg viel zu hoch“, kri­ti­sier­te et­wa Ka­ren Kan­tel­berg aus El­ler, die auf ei­ne Geh­hil­fe an­ge­wie­sen ist. An­de­re Gäs­te der Sprech­stun­de be­klag­ten, dass sie sich in der Bahn un­si­cher füh­len vor Räu­bern und Über­grif­fen.

RP-FO­TO: ANDRE­AS BRETZ

Nicht nur am U-Bahn­hof Hein­rich-Hei­ne-Al­lee ist Chris­tia­ne An­drée meis­tens auf frem­de Hil­fe an­ge­wie­sen.

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