Die Ent­wick­lung ver­schla­fen

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - DÜSSELDORF -

S tadt und Rhein­bahn ha­ben spät er­kannt, dass sich die Be­völ­ke­rungs­struk­tur in Düsseldorf än­dert. Die Men­schen wer­den äl­ter, wol­len aber ak­tiv am Le­ben teil­neh­men und mo­bil blei­ben. Na­tür­lich sind nicht al­le von ih­nen auf Roll­stüh­le oder Geh­hil­fen an­ge­wie­sen; aber es reicht schon, nicht mehr ganz si­cher auf den Bei­nen zu sein, um das Ein­stei­gen in Bus­se oder Bah­nen als Tor­tur zu emp­fin­den. Bis sämt­li­che Hal­te­stel­len zu Hoch­bahn­stei­gen um­ge­baut wer­den, wür­den Jah­re ver­ge­hen. Über­haupt ist das nicht das Ziel: Vor­rang sol­len die Sta­tio­nen ha­ben, die von vie­len Fahr­gäs­ten ge­nutzt wer­den. An die­ser Ziel­set­zung durf­te zu­letzt so man­ches Mal ge­zwei­felt wer­den – bei der Über­ga­be von Bahn­stei­gen im Nor­den der Stadt, auf dem plat­ten Land zwi­schen Kai­sers­werth und Duis­burg.

Stadt und Rhein­bahn re­agie­ren au­ßer­dem viel zu spät dar­auf, dass im­mer mehr Fa­mi­li­en nach Düsseldorf zie­hen. Be­zeich­nend, dass in Oberkassel schon Pas­tor Michael De­de­richs den Bau von Hoch­bahn­stei­gen for­der­te, weil Frau­en mit Kin­der­wa­gen beim Ein­stieg in die Bahn auf­ge­schmis­sen sind.

JÖRN TÜF­FERS

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