Mu­sik­bil­der für den Uh­ren­turm

Bertram Rutz zeigt zur­zeit sei­ne Bil­der-Se­rie „To­wer of Song“ in dem ehe­ma­li­gen Tor­wärter­haus an der Gra­fen­ber­ger Al­lee. Der Golz­hei­mer Ma­ler por­trä­tiert in die­ser Aus­stel­lung Sän­ge­rin Dia­na Ross eben­so wie Ar­bei­ter auf Baum­woll­fel­dern im Sü­den der USA.

Rheinische Post – Stadtteilausgabe Duesseldorf-Mitte/West - - STADTTEIL-NACHRICHTEN - VON HOL­GER LODAHL

Schrei­er und von Met­ter­nich fi­ne Arts, Eis­kel­ler­berg

Ga­le­rie Horst Schuler, Ci­ta­dell­stra­ße 15

Kunst­raum, Him­mel­geis­ter Stra­ße 107e GOLZ­HEIM/GRA­FEN­BERG Das In­ter­es­se an Kunst er­wach­te in Bertram Rutz schon, als er noch sehr jung war. „Mit zwölf Jah­ren ent­deck­te ich die Bil­der van Go­ghs, und mit sei­nen Wer­ken vor Au­gen be­gann ich zu ma­len.“ Die Ma­le­rei blieb nicht die ein­zi­ge Kunst­form, mit der sich Rutz be­schäf­tig­te. „Wäh­rend mei­ne Mit­schü­ler von Heint­je und Roy Black schwärm­ten, ent­deck­te ich die Beat­les, die Rol­ling Sto­nes und Eric Bur­don.“ Mu­sik be­zeich­net Rutz noch heu­te als „be­wusst­seins­ver­än­dern­des Me­di­um, das mich in al­len Pha­sen mei­nes Le­bens wie ei­ne Ener­gie­quel­le be­glei­tet“. Auch beim Ma­len, denn wenn Rutz in sei­nem Ate­lier an der Uer­din­ger Stra­ße zu Pin­sel und Lein­wand greift, hört er bei der Ar­beit stets Mu­sik. Durch die­se Ver­bin­dung kam der Künst­ler auf die Idee für sei­ne ak­tu­el­le Werk­se­rie, die er heu­te Abend im Uh­ren­turm an der Gra­fen­ber­ger Al­lee prä­sen­tiert.

Bil­der ent­ste­hen zur Mu­sik

„Ich ma­che die Mu­sik selbst zum The­ma mei­ner Bil­der“, so Rutz. Bei der Ar­beit kon­zen­triert sich der Ma­ler auf die Mu­sik-Epo­chen von 1930 bis in die 1960er-Jah­re, et­wa Soul, Rhythm & Blues und Jazz. Da­zu pas­sen­de Bil­der zu fin­den, um die­se dann mit Öl und Acryl auf Lein­wand zu brin­gen, fiel dem Künst­ler leicht. „Beim Mu­sik­hö­ren ent­ste­hen vor dem geis­ti­gen Au­ge die Mo­ti­ve ganz von selbst“, sagt Rutz. Zu­dem nutzt er Aus­schnit­te aus Zei­tun­gen, Bü­chern und vor al­lem aus Fil­men. Denn auch mit Bil­dern von der gro­ßen Ki­no-Lein­wand kennt sich Rutz aus. Er ar­bei­te­te län­ge­re Zeit im Ki­no des Film­mu­se­ums Düsseldorf als Film­vor­füh­rer. Die Ar­beit am Film­pro­jek­tor und mit Zel­lu­loidspu­len leg­te auch den Grund­stein für sei­nen jet­zi­gen Haupt­be­ruf. „Im Film­mu­se­um hän­gen noch im­mer vie­le Pas­se­par­touts, die ich für die Film­pla­ka­te an­fer­tig­te“, sagt er, der nun im Mu­se­um Kunst Pa­last in der Gra­fi­schen Samm­lung ar­bei­tet.

Die ak­tu­el­len Bil­der zei­gen ei­ni­ge Por­träts be­kann­ter Per­sön­lich­kei­ten, die mit der Mu­sik und der Ge­sell­schaft ver­bun­den sind. Dia­na Ross, die in den 1960er-Jah­ren noch Sän­ge­rin bei „The Su­pre­mes“ war, il­lus­trier­te Rutz so schwung­voll und vol­ler Elan, wie es ty­pisch für die Mu­si­ke­rin ist. Auch ein Bild von Mal­colm X, dem ame­ri­ka­ni­schen Füh­rer der Bür­ger­rechts­be­we­gung, ist Teil des Zy­klus’. „Aber ich will nicht nur die Mu­sik und die Ge­sell­schaft do­ku­men­tie­ren“, sagt Rutz und deu­tet auf Wer­ke, die das Le­ben der Baum­woll­pflü­cker im Sü­den der USA der 1920er-Jah­re zei­gen. „Von der hel­len Baum­wol­le geht ein Leuch­ten aus, das sehr fas­zi­nie­rend ist, manch­mal so­gar un­heim­lich.“

Ab­wechs­lung zur Schmitz-Schau

Rutz’ Kunst-Schau „To­wer of Song“ ist nach dem gleich­na­mi­gen Lied von Leo­nard Co­hen be­nannt und Teil der Aus­stel­lungs­rei­he „Turm der Bil­der“. Die Idee da­zu hat­te Klaus Leh­mann, Lei­ter der Aus­stel­lung über Her­mann Har­ry Schmitz, die im Uh­ren­turm ei­nen dau­er­haf­ten Platz hat. „Leh­mann frag­te mich, ob ich für den Uh­ren­turm et­was Ab­wechs­lung schaf­fen kön­ne“, so Rutz. „Ich fand den Ein­fall gut, ging auf ei­ni­ge Künst­ler­Kol­le­gen zu, und wir stel­len nun nach­ein­an­der un­se­re Ar­bei­ten im Uh­ren­turm aus.“

Die Schau „To­wer of Song“ ist bis zum 4. Ok­to­ber, mon­tags von 18 bis 20 Uhr ge­öff­net.

RP-FO­TO: H.J. BAU­ER

Bertram Rutz hat in sei­nem Ate­lier in Golz­heim zahl­rei­che Bil­der für die Aus­stel­lung im Uh­ren­turm vor­be­rei­tet. Die Mo­ti­ve zei­gen Ein­flüs­se von Fil­men und Fo­to­gra­fi­en. Rutz ließ sich auch durch Soul und Blues in­spi­rie­ren.

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